NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

"Alte Räucherei": Ein Gewinn für Burger Kulturleben

12. März 2011 | 03:50 Uhr | Von Sönke Rother

Museumsleiter Peter Sommer freut sich auf den nächsten Konzertabend in der "Alten Räucherei". Foto: rother

Burg. Wer heute die "Alte Räucherei " in Burg betritt, wird es kaum glauben: Aus dem einst baufälligen Gebäude ist ein Schmuckstück geworden. "Als wir den alten Schuppen vor fünf Jahren übernahmen, war es nicht mehr als eine Ruine. Der Statiker schickte uns sofort raus: Einsturzgefahr", erinnert sich Museumsleiter Peter Sommer. Davon ist heute nichts mehr zu sehen.

60 000 Euro und unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden sind in den Bau investiert worden. Die Hälfte des Geldes stammt aus Fördermitteln, die Arbeit haben Mitglieder des Museumsvereins, aber auch befreundete Handwerker geleistet. "Es hat zwar ein paar Jahre gedauert, aber ohne diese Hilfe wären wir wohl nie fertig geworden."

Aber mit langwierigen Projekten hatte Sommer damals bereits Erfahrung: Neun Jahre hatte die Sanierung des Museums gedauert - "aber jede Minute hat sich gelohnt".

Die "Alte Räucherei" war dem Museum eigentlich angeboten worden, da ein Platz für das Archiv fehlte. "Das war in der alten Grundschule untergebracht, und als die verkauft wurde, mussten wir raus." Ein Glücksfall wie sich heute zeigt. Denn mit der "Räucherei" hat Burg jetzt einen neuen Veranstaltungsort. Und der wird sehr gut angenommen, weiß Peter Sommer. "Anscheinend hat genau ein Raum in dieser Größe gefehlt", sagt der Museumsleiter. Bei 100 Personen ist Schluss - und offenbar macht genau das die richtige Atmosphäre aus.

Nicht zu klein, damit auch bekanntere Künstler gewonnen werden können. Aber auch nicht zu groß, so dass die besondere Nähe zum Publikum erhalten bleibt. "So können wir ein vielseitiges Programm bieten." Gedacht ist an Konzerte von Rock bis A-Cappella-Musik. Aber auch Lesungen oder Aufführungen sind auf der kleinen Bühne möglich.

Wichtig sei, dass man bei der Auswahl eher auf Klasse statt auf Masse setze, meint Sommer. Das zahlt sich anscheinend aus. Die jüngste Veranstaltung war bereits eine Woche vorher ausverkauft. "Es ist aber jedes Mal wieder spannend, am Abend zu sehen, ob man die richtige Wahl getroffen hat. Bisher hat das gut funktioniert."

Glücklicherweise, denn Museen haben es schwer, Zuschüsse werden immer weniger. "Wenn sich die Alte Räucherei trägt und vielleicht sogar noch ein kleines bisschen abwirft, dann können wir schon zufrieden sein. Dann stimmt das Gesamtkonzept."

Dass die "Räucherei" sich in kurzer Zeit unter den Künstlern einen guten Ruf erworben hat, liegt auch an der guten Akustik. "Wir hatten inzwischen schon Anfragen für Auftritte. Zurzeit sind wir mit einer Gruppe in Verhandlung, die französische Chansons vortragen möchte, aber mehr können wir momentan noch nicht verraten", schildert Sommer.Neuigkeiten über die Pläne des Museums gibt es Montag, 21. März, 19 Uhr, auf der Jahresversammlung in der "Alten Räucherei", Meldorfer Straße 6.


 

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