NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU
Wett-Buddeln im Zeichen der Kartoffel
Hohenlockstedt. Kühe sind nicht lila und Kartoffeln wachsen nicht in Stäbchenform im Boden - so viel wussten die Grundschüler, die in Hohenlockstedt zur 15. Kartoffel-Olympiade antraten bereits aus dem Unterricht. Wie viel Arbeit es bedeutet, die gelben Knollen zu ernten, das lernten die fünf Teams der Dritt- und Viertklässler aus Hamburg, Hohenaspe, Brokstedt, Bad Bramstedt und Hohenlockstedt jedoch erst bei der Disziplin "Kartoffelwettsammeln". Die Erde flog nur so, als jeweils ein Schüler mit der Hacke den Boden aufraute, während drei weitere Händepaare schnell die herausrollenden Knollen aufklaubten.
Auf den Knien im Kartoffelacker
Kein Hosenboden und kein Knie blieb sauber: "Ich sehe, ihr habt schon Erdkontakt mit dem gesamten Körper aufgenommen", stellte Siegfried Thurau, der die Olympiade auf seinem Kartoffelacker ausrichtete, bereits vor Beginn der Spiele fest. Allerdings machten sich nicht nur die Kinder schmutzig. "Heute müssen auch die Lehrer mal ein bisschen ran", verriet Organisatorin Simone Weimann eine kleine Regeländerung bei der Auftaktveranstaltung zu den Hohenlockstedter Pellkartoffeltagen. Und genau daran hatten die Schüler, die sich ansonsten beim Kartoffel-Löffel-Lauf und beim Sackhüpfen alleine verausgaben mussten, besonders viel Spaß. Unter herbstlich dunkel drohenden aber schließlich doch nicht tropfenden Regenwolken durchwühlten sie den Kartoffelacker von Bauer Thurau und sammelten so manche seiner "Leylas" auch außer Konkurrenz für den heimischen Kochtopf ein.
Pellkartoffelkönigin Buket Samiloglu, ihre Nachfolgerin Christin Hesse und Pellkartoffelprinzessin Julia Saß, stoppten die Zeit bei den physischen Wettkämpfen und hörten aufmerksam zu, als sich die 125 Kinder beim Kartoffel-Quiz in ihrem Wissen über Leyla, Belana und Co maßen. Was wird aus Kartoffeln gemacht: Chips, Erdnüsse oder Salzstangen? Was ist Belana für eine Kartoffelsorte: Festkochend, vorwiegend festkochend oder mehlig? Lediglich den Brokstedter Schülern gelang es, neun von zehn Fragen richtig zu beantworten.
Wissen über heimische Produkte
"Das hier ist eine gute Möglichkeit, Kinder an heimische Produkte heranzuführen, und zwar nicht abstrakt durch Werbebroschüren sondern zum Anfassen", sagte Simone Weimann. Schließlich seien die hiesigen Kartoffeln allemal besser und umweltfreundlicher als Importe aus fernen Ländern.
Die Olympioniken nutzten die Pause zwischen den Spielen und vor der Siegerehrung zum Kuchen- und Kartoffelsuppe-Essen am Stand der Landfrauen und zum Spielen rund um ein Kartoffelfeuer. Zum Gesamtsieger nach allen vier Disziplinen wurden die Viertklässler der Gorch-Fock-Schule aus Hamburg gekürt, denn sie konnten sowohl beim Kartoffelsack-Schätzen (Teil des Quiz) also auch beim Wettsammeln die Höchstpunktzahl holen. "Besonders beim Kartoffelsammeln in diesem harten verklumpten Boden lagen die Ergebnisse sehr dicht beieinander", erklärte Siegfried Thurau. Mit 39,4 Kilo holten die Hamburger Schüler am meisten Leylas aus der Erde. Auf dem zweiten Platz folgten die Viertklässler aus Bad Bramstedt vor denen aus Hohenaspe. Die Hohenlockstedter Lokalmatadoren gewannen das Sackhüpfen und landeten in der Gesamtwertung auf dem vierten Platz. Die Drittklässler aus Brokstedt kamen auf den fünften Platz.
Alle Teilnehmer erhielten Urkunden von Pellkartoffelkönigin Buket Samiloglu und zudem eine Überweisung mit Preisgeld auf die Klassenkassenkonten.
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