NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

Wacken-Beutel für Generalsekretär

14. Januar 2012 | 04:30 Uhr | Von Volker Mehmel

Schimpfte vor allem über die SPD: Hermann Gröhe. Foto: vm

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Bundes-Prominenz bei Empfang der Steinburger CDU in Hohenaspe / Hermann Gröhe läutet Landtagswahlkampf ein

Hohenaspe. Heavy Metal wird immer mehr zum Steinburger Aushängeschild: CDU-Kreisvorsitzender Hans-Jörn Arp überreichte gestern Abend in Hohenaspe dem Generalsekretär der Bundes-CDU einen schwarzen Beutel mit Wacken Open Air-Utensilien. Ob Hermann Gröhe an der Musik Gefallen findet, blieb offen. Die Farbe aber war politisch korrekt. Mit dem prominenten Besuch läuteten die Steinburger Christdemokraten den Landtagswahlkampf ein. Gröhe hatte sich als einer von vielen CDU-Bundesspitzen und -ministern, die gestern in ganz Schleswig-Holstein ausschwärmten, den Kreis Steinburg ausgeguckt.

"Wir haben die Wahl am 6. Mai nicht gewollt", begrüßte Hans-Jörn Arp im Gasthof "Zur Linde". Wie nachfolgende Redner ließ er aber keinen Zweifel daran, dass seine Partei die Wahl gewinnen wolle. Als Vertreter der Gemeinde nutzte dann Prof. Dr. Ralf-Ulrich Dudde die günstige Gelegenheit, bei dem Berliner Gast für mehr freie Projektmittel im Bereich Forschung und Wissenschaft zu werben. Dudde gab sich als Mitarbeiter des Itzehoer Fraunhoferinstituts zu erkennen und machte aus eigener Beobachtung deutlich, wie gut Gelder in diesem Bereich angelegt seien. Immerhin seien im Stadtteil Edendorf seit Gründung der High Tech-Schmiede rund 1000 Arbeitsplätze entstanden. Ansonsten gab er Gröhe - auch mit Hinweis auf die Entwicklung bei den kommunalen Finanzen - den Wunsch mit auf den Weg, den Euro stabil zu halten. Bundeskanzlerin Angela Merkel bescheinigte Dudde in diesem Zusammenhang "einen Topjob".

Die Rednerliste wurde im Drei-Minuten-Takt wurde abgearbeitet. CDU-Bundestagsabgeordneter Dr. Rolf Koschorrek meinte rückblickend auf 2011, dass die "Politik von den Themen getrieben worden sei". Seine Hoffnung: Im neuen Jahr soll es wieder umgekehrt sein.

Hauptredner Gröhe zeichnete dann gleich zum Auftakt die SPD als politisches Feindbild. "Es geht um kluge Köpfe und nicht um flotte Sprüche", meinte er, um dann den sozialdemokratischen Spitzenkandidaten Torsten Albig als Weltphilosophen zu charakterisieren, der doch nur "eine Marionette des Puppenspielers Ralf Stegner sei". Auch sonst ließ Gröhe kein gutes Haar an allem, was politisch links von der CDU steht, die sich im Untertitel selbst in der Mitte platziert. "Falsche Fortschrittsangst", so wetterte der CDU-General, "hat das Land um zehn Jahre zurückgeworfen." Wörtlich sagte er weiter: "Die Linke hat vor allem Angst." Als Beispiel führte er die Nanotechnologie an: "Kleine Teile, große Gefahr." Überhaupt, so schlug er noch den Bogen zur Eurokrise, trage die SPD auch die Hauptschuld an der ganzen Schuldenproblematik.

Ganz anders natürlich seine Partei. Statt überall den Robin Hood zu spielen, sorge die CDU dafür, dass die Menschen wieder eine Chance bekämen. "Schleswig-Holstein ist wieder da", befand Gröhe mit dem Hinweis auf ordentliche Wirtschafts- und Arbeitsmarktdaten. Und die mit dem Atomausstieg immer wichtiger werdende erneuerbare Energie hält er für den Norden geradezu "für ein Gewinner-Thema". Am Ende quittierten die Zuhörer alle Darlegungen mit höflichem Applaus. So richtige Aufbruchstimmung war allerdings noch nicht erkennbar. Das kann sich in den nächsten Wochen ja noch ändern. CDU-Landtagsabgeordneter Heiner Rickers schloss den Abend mit den Worten: "Ganz Deutschland blickt jetzt auf Schleswig-Holstein."


 

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