NORDDEUTSCHE RUNDSCHAU

 

Brunsbütteler Messe abgesagt

04. Februar 2012 | 06:20 Uhr | Von Interview: Jens Neumann

Wolfgang Pfeffer bedauert mangelndes Interesse

Brunsbüttel. Mit der Neuauflage der "Brunsbütteler Messe" wollte der vor einem Jahr neu gewählte Vorsitzende des Vereins für Handel, Gewerbe und Industrie (HGI) in Brunsbüttel den Einkaufsstandort wieder stärker in den Fokus rücken. Auf Grund mangelnder Beteiligung der Mitgliedsbetriebe hat der Vorstand die Planungen am Donnerstagabend zu den Akten gelegt. HGI-Vorsitzender Wolfgang Pfeffer (Foto) erklärt die Hintergründe.

Mit der "Brunsbütteler Messe" wollte der Gewerbeverein im Mai nach neun Jahren Pause einen Neuanfang wagen. Warum ist das Vorhaben abgesagt worden?

Pfeffer: Leider haben nicht genügend Betriebe Interesse gezeigt. Uns lagen nur 29 Anmeldungen vor. Um so eine dreitägige Messe auf die Beine zu stellen, hätten wir allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen minimal 40 gebraucht.

Waran liegt das mangelnde Interesse?

Das ist schwer zu sagen. Wir leben in einem Informationszeitalter. Viele Menschen gehen gar nicht auf Messen, sondern holen sich die Informationen aus dem Internet. Als wir mir den Planungen begonnen haben, hat mir mal jemand gesagt, dass solche Regionalmessen nicht mehr zeitgemäß seien. Vielleicht ist das wirklich so.

Vor knapp einem Jahr haben Sie noch auf eine große Beteiligung der Kaufleute und der Industrie gehofft, damit Brunsbüttel auf sich aufmerksam machen kann. Ist der Aufwand einfach nur zu groß?

Für kleinere Unternehmen ist das sicher der Fall. Von Freitag bis Sonntag eine Messe zu belegen, bedeutet für manche erhebliche Anstrengungen unternehmen zu müssen. Gerade für kleinere Betriebe ist die Teilnahme an einer Messe aber auch eine Kostenfrage - obwohl wir mit Standgebühren von 2003 geplant haben.

Sind Sie enttäuscht, dass die Messe nicht stattfinden wird?

Ich finde es schade, aber als Realist musste ich mit einer Absage auch rechnen.

Was bedeutet diese Entscheidung für die weitere Arbeit des Gewerbevereins?

Wir werden diskutieren, ob wir in Zukunft einen neuen Anlauf unternehmen.

2012 ist das Jahr der Veränderungen: Aldi plant einen Neubau auf der Brach fläche im Neuen Zentrum. Was halten Sie von den Plänen?

Ich finde es gut, dass die Fläche nun genutzt wird. Ob die Verschiebung Sinn macht, sei mal dahingestellt.

Schon heute sind in der Koogstraße viele Geschäftsräume ungenutzt, der Aldi-Umzug bringt - zumindest kurzfristig - einen neuen Leerstand in der Röntgenstraße: Wie kann der Gewerbeverein helfen, attraktive Geschäfte in die Innenstadt zu ziehen?

Am 14. Februar werden die Ergebnisse des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes - kurz ISEK - öffentlich vorgestellt. Das sollten wir erst einmal abwarten. Darin enthalten ist ja auch eine Einzelhandelsuntersuchung für unsere Stadt, auf deren Grundlage Maßnahmen vorschläge für das ISEK erarbeitet wurden.


 

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