LANDESZEITUNG
Rendsburg
Wer ist der beste Bürgermeister?
Rendsburg. Die provokanten Attacken von Klaus Schädel zielten dabei nicht nur auf seine Mitbewerber, sondern auch auf die rund 300 Besucher. Hans-Dieter Mensing und Amtsinhaber Andreas Breitner ließen sich nicht aus der Reserve locken. Mensing konnte mit einigen Aussagen beim Publikum punkten. Breitner präsentierte sich souverän und erntete die meiste Zustimmung.
Während der Diskussion betonte Breitner, dass in Rendsburg riesiges Potenzial stecke. Er wolle die nach seinen Worten "positive Entwicklung" der vergangenen Jahre auch in Zukunft vorantreiben. Schwerpunkte wolle er in den Bereichen Städtebau, Bildung und Wirtschaftsförderung setzen.
Schädel ging gleich zu Beginn in die Offensive
Mensing berichtete, dass er den Entschluss zur Kandidatur im Winter gefasst habe. Während der "Schnee-Katastrophe" habe er sich von der Verwaltung "alleingelassen gefühlt". Als Bürgermeister wolle er sich daher für die Schaffung eines Notfall-Teams einsetzen, das in solchen Situationen eingreifen könne. Zudem wolle er die Sicherheit an den Rendsburger Schulen durch einen von Eltern finanzierten Sicherheitsdienst verbessern. Außerdem versprach er, sich für barrierefreies Leben und Einkaufen in der Stadt einzusetzen. Applaus erhielt der Büdelsdorfer Kaufmann für seine Aussage, dass er der einzige wirklich parteilose Bewerber sei. Schließlich sei Breitner Landes-Vize der SPD und Schädel werbe auf Flugblättern mit der Unterstützung der Zentrumspartei.
Statt über Motivation zu reden, ging Schädel gleich zu Beginn in die Offensive. Breitner betreibe "Schönfärberei" und könne seine Wahlversprechen nicht halten. Ohnehin säge der amtierende Bürgermeister schon am Stuhl von Ralf Stegner, um als SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl anzutreten. Als vorrangigstes Ziel nannte der Unternehmer aus Großhansdorf den Schulden abbau. Breitner habe seinen Kredit in der Bevölkerung verspielt. Im Falle seiner Wahl werde er einen Sanierungsplan aufstellen, um den Berg von 30 Millionen Euro Schulden abzutragen. "Es müssten jährlich in markanter Höhe Schulden abgebaut werden", sagte Schädel.
"Es gibt keinen Standard-Stil. Ich darf meine Meinung sagen"
Angesprochen von Moderator Gero Trittmaack auf seinen Wahlkampfstil im Internet, wo er Breitner unter anderem vorwirft, mit seinen nackten Kindern um die Stimmen der Pädophilen zu werben, reagierte Schädel mit Unverständnis. "Es gibt keinen Standard-Stil. Ich darf meine Meinung sagen." Dafür gab es Pfiffe und Buh-Rufe aus dem Publikum. Mit diesem legte er sich später noch an, als er die Besucher pauschal als "Nazis" verunglimpfte. Aus seiner Sicht wollten diese nämlich nur einen Kandidaten - und das sei Diktatur. "Aber vielleicht gibt es noch so viele alte Nazis hier."
Breitner hielt sich trotz der vielen Provokationen zurück. "Es ist es nicht wert, darauf einzugehen", sagte er. Den Stegner-Vorwurf hatte der Bürgermeister ohnehin bereits zuvor entkräftet, indem er eine Garantie abgab: "Ich will einen neuen Vertrag für die nächsten acht Jahre eingehen. Ich halte mich an Verträge." Mensing konterte Schädels Angriffe gegen seine Person geschickt mit seiner Aufforderung zur Teilnahme an der Wahl. Für seinen Satz "Ob Sie Breitner wählen oder mich - das ist Ihre Entscheidung" erhielt er viel Beifall.
Eine Aufzeichnung der Vorstellungsrunde der drei Kandidaten ist am heutigen Donnerstag um 13 und um 20 Uhr im Offenen Kanal zu sehen.
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