LANDESZEITUNG
Waldorfschüler hoffen jetzt auf sonnige Zeiten
Der "Zeiger" steht auf 8.30 Uhr: Die Sonnenuhr der Schüler geht derzeit rund eine Stunde nach. Foto: dru
Rendsburg. Perfektes Timing. Als die Drittklässler der Waldorfschule gestern Morgen ihre selbstgebaute Boden-Sonnenuhr auf dem Schulhof präsentierten, knallte die Sonne regelrecht vom Himmel. Der Zeiger - ein menschlicher Schatten - war deutlich zu erkennen.
Gemeinsam mit Bildhauer Bernd Ziese hatten die 23 Kinder während des Handwerker-Unterrichts an der Uhr gebastelt. Rund 25 Stunden Arbeit. Der Künstler, dessen Sohn unter den Schülern ist, stellte nicht nur Zeit, sondern auch seine Werkstatt in der Kirchenstraße sowie Material zur Verfügung.
"Alle waren mit Elan dabei, weil sie etwas Bleibendes für ihre Schule schaffen konnten", erzählt der 41-Jährige.
Das Projekt sei pädagogisch wertvoll und füge sich auch gut in andere Lerninhalte ein, betont Klassenlehrerin Yvonne Fahrig. "Wir üben gerade die Uhrzeit, jetzt wissen die Kinder auch, wie man sich früher orientierte."
Der Eigenbau zeigt die Uhrzeit von acht bis 16 Uhr an - ein Schultag. Neun Granitplatten, die um eine zentrale Ausgangsplatte herum angeordnet sind, bilden das Ziffernblatt. Jede einzelne ziert ein spezielles Muster: Ein krähender Hahn um acht, eine Sonne um zwölf. Die Mittagszeit wird durch einen Fisch symbolisiert.
Beendet ist das Projekt aber noch nicht. Die Uhr geht nämlich falsch. "Am 21. Juni stimmt sie ganz genau", erklärt Bernd Ziese. Damit der Schatten des auf der Ausgangsplatte Stehenden zu jeder Jahreszeit die korrekte Uhrzeit verrät, brauche man fünf weitere Standpunkte. Die Platten dafür stellen die Kinder noch in diesem Schuljahr fertig.
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