LANDESZEITUNG
Kläglich
Mehr als skurril ist der Auftritt von Klaus Schädel als Kandidat für das Amt des Bürgermeisters von Rendsburg. Der Ahrensburger hat es sich offenbar zum Hobby gemacht, seinen Hut von Ring zu Ring zu werfen. Nach der Kandidatur in seiner Heimatstadt 2009 wollte er im Juni auch schon die Verwaltung von Bad Oldesloe leiten. Nach dem kläglichen Scheitern (1,9 Prozent), ist Schädel nun also in Rendsburg angekommen. Obwohl, so richtig offensichtlich noch nicht. Auf seiner eigenen Homepage wirbt der 51-Jährige jedenfalls noch um Stimmen in Bad Oldesloe.
Bei all dem Wahlkampf-Stress kann man so etwas schon mal übersehen. Aber jetzt hat der Kandidat ja Unterstützung erhalten. Die Deutsche Zentrumspartei verteilte in den letzten Tagen Flyer in Rendsburg, auf denen sie für den "klugen Schädel" wirbt. Denn dieser gebe keine leeren Versprechungen ab, sondern wolle die Verwaltung im Interesse der Bürger führen. "Machen Sie es wie das Zentrum: Unterstützen Sie den besten Kandidaten", heißt es da. Dann kann ja nichts mehr schiefgehen: Immerhin hat die Zentrumspartei bei der letzten Kommunalwahl in Rendsburg 4 (in Worten vier) Stimmen bekommen. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Und schließlich sind aller guten Dinge drei.
Für den Fall, dass es am 12. September doch nicht mit der Wahl ins Rendsburger Rathaus klappen sollte, hat der Fernsehtechniker, Reserveoffizier, Elektroingenieur, Privatdetektiv und Möbelspediteur übrigens auch schon vorgesorgt. Bei der Stadt ist bereits jetzt ein Widerspruch gegen das Wahlergebnis eingegangen. Auch darin hat Schädel Übung. Doch mit seinen Widersprüchen in Ahrensburg und Bad Oldesloe scheiterte er genauso kläglich wie bei der eigentlichen Wahl.
Kläglich scheitern wird hoffentlich auch der Plan des Kreises, die Abfuhr des Sperrmülls zu reformieren. Bei unserer Zeitung gingen sofort viele empörte Anrufe ein. Zu Recht schimpfen die Bürger und werfen dem Kreis Abzocke vor. Schließlich soll der bisher kostenlose Abholservice künftig pauschal 50 Euro kosten.
Lust auf mehr? Die Landeszeitung jetzt
2 Wochen kostenlos testen.




