LANDESZEITUNG
Vier Jahrzehnte Verwaltungsdienst
Achterwehr. Am 1. September 1970 begann die Verwaltungslaufbahn von Hans-Werner Grewin in Schönberg. Nun feierte er als Amtsdirektor in Achterwehr sein 40-jähriges Dienstjubiläum.
Die Verwaltungs-Karriere von Hans-Werner Grewin begann in seinem Heimatort Schönberg, wo er seine Ausbildung machte, Abteilungsleiter und Büroleiter wurde. Da es dort keine Möglichkeit mehr gab, die Beförderungsleiter weiter hinauf zu klettern, bewarb er sich 1994 beim Amt Achterwehr auf die Stelle des leitenden Verwaltungsbeamten. Vor zwei Jahren stieg er zum Amtsdirektor auf.
Unter den gut 50 Gästen der Feierstunde befanden sich amtierende oder ehemalige Bürgermeister, persönliche Wegbegleiter und Wegbereiter. Auch Landrat Rolf-Oliver Schwemer kam zum Gratulieren. Er bezeichnete Grewin als ein "Kind der Kommunalpolitik" und erinnerte, dass der heutige Amtsdirektor seine Ausbildung damals als einer der Besten des Jahrganges abgeschlossen habe. "Ich habe sie als kompetenten Gesprächspartner kennen gelernt und weiß es sehr zu schätzen, dass Sie mir unter vier Augen Hinweise geben, wenn Sie etwas anders machen würden als ich."
Schönbergs Bürgermeister Wilfried Zurstraßen bedankte sich für Grewins langjährige Tätigkeit in seiner Gemeinde: "Hans-Werner Grewin ist ein Multi. Er ist jemand, der in vielen Verwaltungssesseln zu Hause ist. Er hat in 25 Jahren mitgeholfen, aus einem Bauerndorf die größte Tourismusgemeinde im Kreis Plön zu machen."
Dieter Staschewski, Vorsitzender des Fachverbandes der Hauptverwaltungsbeamten, trug bei seiner Laudatio sehr zur guten Stimmung bei. Er klärte die Gäste lachend über die neue Zeiteinheit "Gre" auf, die speziell für Hans-Werner Grewin erfunden worden sei: "Es ist keiner von uns in der Lage, mit so vielen Worten so wenig zu sagen", erklärte Staschewski. "Ein ,Gre’ entsprechen vier Minuten."
Hans-Werner Grewin blickte stolz auf seine Karriere zurück. "Als Chef kann man gestalten, und das hat mich motiviert. Ich möchte nicht nur verwalten und darauf warten, was die Gemeinden mir vorgeben." Wenn er die vielen Jahre seiner Tätigkeit Revue passieren lasse, fielen ihm verschiedene Anekdoten, besonders aus seiner Ausbildungszeit, ein: "Ich musste für die Damen Strümpfe kaufen gehen oder ,eins und eins’, das sind eine Flasche Cola und eine Flasche Rum." Als er in der Kämmerei tätig war, hätte er am Ende des Tages fünf Mark bekommen, um eine Flasche Weinbrand zu kaufen. "Das war nicht jeden Tag so, sondern nur drei Tage in der Woche", erzählte Grewin. "Da wurde der Tagesabschluss gefeiert, und ich habe mich gefragt, was bloß los ist in der Gemeinde."
Sein Meinungsbild geprägt hätte auch ein Bürgermeister, den er zwei Tage nach seinem Abschied dabei erwischte, wie er private Kopien in der Verwaltung machte. "In dem Moment, wenn wir nicht mehr in Amt und Würden sind, sollten wir in das zweite Glied zurücktreten", betonte der zweifache Vater. Dass er nach Achterwehr ging, obwohl dort bekanntermaßen einiges im Argen lag, begründete er mit einer "alten Landser-Weisheit": "Wenn alles über dir zerschossen ist, kannst du am besten kämpfen, weil dir nichts mehr auf den Kopf fallen kann."
Der stellvertretende Amtsvorsteher Horst Barz meinte, dass das Amt einen guten Griff getan habe, Grewin als leitenden Verwaltungsbeamten zu wählen. "Es ist ihm zu verdanken, dass in Achterwehr die Grabenkämpfe vorbei sind", sagte Barz und gab ihm für die kommenden zehn Jahre das chinesische Sprichwort "Geh der Sonne entgegen, und lass die Schatten hinter dir" mit auf den Weg.
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