LANDESZEITUNG

 

Schwimmen für das Freibad

04. September 2010 | 04:30 Uhr | Von Detlef Laabs

Für einen guten Zweck: Die Alt Duvenstedter Bürger setzen sich für den Erhalt ihres Freibades ein. Foto: lz

Alt duvenstedt. Die "Seepferdchen freunde" haben es geschafft, ein Zeichen zu setzen: Mit ihrer Aktion "24-Stunden-Schwimmen" machte der Förderverein deutlich, wie sehr sich die Alt Duvenstedter für den Erhalt ihres Freibades einsetzen. Nach Abzug der Kosten hat die Gruppe aus der Veranstaltung rund 900 Euro Überschuss erwirtschaftet. Dieses Geld soll im kommenden Jahr zum Erhalt der Einrichtung dienen.

Die Schließung des gut 40 Jahre alten Freibads ist seit langem Thema in der Gemeinde. "Wir würden es zwar sehr gern erhalten, aber es ist immer wieder eine Kraftanstrengung, das Bad zu Beginn der Saison zum Leben zu erwecken", hatte die stellvertretende Bürgermeisterin Elke Tiedemann vor der Veranstaltung erklärt. "Ich habe immer für den Erhalt gekämpft, aber die Zeiten sind jetzt anders. Es sind größere Investitionen notwendig, und ob wir die tätigen können, müssen wir in der nächsten Haushaltsberatung sehen." Da die Gemeinde sich schon im vergangenen Jahr um einen Förderverein zur Erhaltung des Freibades bemüht hatte, begrüßte Elke Tiedemann die Gründung der "Seepferdchenfreunde" sehr: "Es ist super toll, und so haben wir vielleicht eine Chance, das Bad zu erhalten."

Das sieht auch Annelie Petersen so, die als stellvertretende Schriftführerin zusammen mit André Taeger dem Vorstand des Vereins angehört. "An dem 24-Stunden-Schwimmen haben 150 Besucher teilgenommen, zur Hälfte Kinder und Jugendliche", sagte sie im Gespräch mit der Landeszeitung. Insgesamt seien 5483 Bahnen, jeweils 25 Meter, geschwommen worden, was einer Gesamtstrecke von rund 137 Kilometern entspreche. Zwei Banken hätten eine Premie von je einem Euro pro Kilometer ausgesetzt, so dass am Ende der Veranstaltung die Sparkasse Mittelholstein und die Volksbank-Raiffeisenbank jeweils einen Scheck von 250 Euro überreichen konnten. "Hinzu kamen weitere Spenden und Bahnengelder, so dass schließlich 1500 Euro auf der Einnahmeseite standen und nach Abzug der Kosten rund 900 Euro übrig sind", erklärte die stellvertretende Schriftführerin. Ihr Fazit lautet entsprechend: "Die Besucherzahlen haben nicht ganz unsere Erwartungen erfüllt, was aber zum großen Teil auch am sehr wechselhaften Wetter lag." Immerhin sei das ein sehr guter Anfang gewesen. Weitere Aktionen müssten folgen.

Unangenehm für den Verein ist die Rolle ihres zu dem Zeitpunkt ersten Vorsitzenden Christopher Burkel, der bis vor kurzem noch als Bademeister des Freibades fungierte. "Im Zuge der Veranstaltung gab es Probleme, weil Herr Burkel als Voraussetzung für die Funktion des Bademeisters keinen gültigen Rettungsschein vorlegen konnte", berichtete Annelie Petersen. Auch wegen anderer Unstimmigkeiten habe man sich dann getrennt.

Christopher Burkel bestreitet die Vorwürfe. Der Landeszeitung sagte er gestern am Telefon: "Ich habe einen gültigen Rettungsschein. Natürlich." Den Rückzug aus dem Verein begründete er mit Vorstandspoblemen. "Da stimmte einfach die Chemie nicht", sagte er. Nach der Auseinandersetzung hätten sich seine Ehefrau und der 2. Vorsitzende Hauke Kuhr mit ihm solidarisch erklärt und seien ebenfalls aus dem Verein ausgetreten.

Der Verein "Seepferdchenfreunde" wurde am 28. Juli gegründet. Zurzeit gehören ihm zwölf Mitglieder an. Die Aufgabe beschreibt der Verein unter anderem mit der Pflege der Grünanlagen und der Reinigung des Bades sowie der Umkleideräume. Die nächste Versammlung findet am Donnerstag, dem 9. September (19.30 Uhr), in der Marktstuv statt. Dabei geht es um die Wahl eines neuen Vorstands, die Auswertung des 24-Stunden-Schwimmens und die geplanten Aktivitäten.

Interessiert verfolgt die Gemeinde Alt Duvenstedt die Aktivitäten des Fördervereins. "Wir freuen uns darüber und hoffen, dass der Verein weiter wächst", sagte Bürgermeister Peter Eichen. Auf 15- bis 20 000 Euro jährlich beziffert Eichen die reinen Bewirtschaftskosten des Freibades, das in Spitzenzeiten bis zu 150 Besucher, durchschnittlich aber 50 bis 80 Besucher pro Tag zähle . "Spätestens bei den Haushaltsberatungen Anfang Dezember wird das Thema eine Rolle spielen", erklärte der Bürgermeister.


 

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