LANDESZEITUNG
Neue Wege zum Jobcenter
Neuregelung geplant: Das Jobcenter Rendsburg-Eckernförde soll von fünf auf vier Standorte reduziert werden. Foto: fligge
Rendsburg. Die Pläne sind unterschriftsreif. Das Jobcenter Rendsburg-Eckernförde soll neu strukturiert werden. Bisher gibt es fünf Standorte: Rendsburg, Eckernförde, Kiel, Hohenwestedt und Neumünster. Diese Zahl soll um die Nebenstelle Neumünster reduziert werden. Die Reform sieht vor, die Anlaufstelle für die Leistungsempfänger aus den Umlandgemeinden der kreisfreien Stadt zum 1. April zu schließen.
Diesen Neuzuschnitt stellte der Geschäftsführer des Jobcenters Rendsburg-Eckernförde Gerhard Seibert in der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses des Kreises vor. Seine Vorschläge stießen auf offene Ohren. Die Mitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus, dem Konzept zu folgen. Die Entscheidung fällt nun am Mittwoch, 22. Februar, in der Sitzung der Trägerversammlung. Dieses Gremium, Träger des Jobcenters Rendsburg-Eckernförde, ist besetzt mit je drei Vertretern des Kreises und der Agentur für Arbeit.
Nach dem positiven Signal im Rendsburger Kreishaus erwartet Gerhard Seibert auch von der Arbeitsagentur eine Zustimmung zu der vorgesehenen Neuregelung. "Die Vorgespräche sind abgeschlossen", sagt der Geschäftsführer. Die Argumente für eine Reduzierung der Standorte seien auch in diesen Beratungen überzeugend gewesen. Der Geschäftsführer begründet die geplante Veränderung unter anderem mit wirtschaftlichen Vorteilen. Durch die Reduzierung auf vier Leistungszentren werde ein Betrag von jährlich knapp 300 000 Euro gespart. Für den Kreis sinken die Belastungen um knapp 50 000 Euro.
Die Neustrukturierung des Standortnetzes war ausgelöst worden durch die Kündigung des Mietvertrags für die Räume des Leistungszentrums Neumünster im vergangenen Jahr. Die Stadt als Eigentümerin hatte Eigenbedarf für das Jobcenter Neumünster geltend gemacht. "Diese Entwicklung verschärfte die Frage, ob es sinnvoll ist, neue Räume zu suchen oder andere Maßnahmen zu ergreifen", erinnert sich Seibert. Trotz intensiver Bemühungen sei es beinahe "unmöglich" gewesen, geeignete Mietimmobilien für die Jobcenter-Nebenstelle des Kreises zu finden. Daher habe man über Alternativen und auch eine Auflösung des Standortes Neumünster nachgedacht und festgestellt, dass diese Lösung am besten zu realisieren sei und deutliche Vorteile habe.
Neben der Ersparnis von Miete und Verwaltungskosten biete das neue Modell vor allem die Chance, die Betreuung der Langzeitarbeitslosen und Leistungsempfänger zu verbessern. "Wir schaffen eine stabilere Struktur, um die vier Standorte zu erhalten", ist Seibert überzeugt. Die geringe Mitarbeiterzahl in den kleinen Nebenstellen habe vermehrt zu Überstunden und persönlichen Belastungen geführt. Durch die Reduzierung der Leistungszentren seien effizientere Arbeitsstrukturen möglich.
Auch für die Kunden des Jobcenters sieht der Geschäftsführer keine Nachteile und Härten. Die Leistungsempfänger aus dem Umland von Neumünster sowie Nortorf werden in der Nebenstelle Hohenwestedt, die durch die Reform gestärkt werde, ihre Ansprechpartner finden. Die Besucher aus Bordesholm steuern das Jobcenter in Kiel an. "Kein Kunde wird zusätzlich auf Verkehrsmittel angewiesen sein", verspricht Gerhard Seibert, der die Fahrpläne gründlich studiert hat. Manchmal verkürze sich sogar die Strecke: Zum Beispiel für die Kunden aus Aukrug, die nicht mehr nach Neumünster fahren müssen, sondern im angrenzenden Hohenwestedt an der richtigen Adresse sind.
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