LANDESZEITUNG
"Nachtschwärmer" erkundeten Nobiskrug
In der Rohrschlosserei: Werkstattleiter Reik Brinker (rechts) erklärt den Besuchern das computergesteuerte Biegen von Stahlrohren. Foto: Becker
Rendsburg. Der Sicherheitshelm war Pflicht: Im Rahmen der "Langen Nacht der Industrie" konnten interessierte Besucher in den Hallen der Werft Nobiskrug Schiffbau hautnah erleben.
600 Schüler, Studenten, Hochschulabsolventen, Arbeitnehmer und interessierte Besucher nahmen an der ersten "Langen Nacht der Industrie" teil, die von der Industrie- und Handelskammer zu Kiel organisiert wurde. 14 Unternehmen aus den IHK-Bezirken Kiel, Neumünster und Elmshorn öffneten am Donnerstagabend ihre Werkstore und boten spannende Einblicke in Produktion und Produkte. In Bussen wurden die Teilnehmer zu den Standorten der Industrieunternehmen gebracht.
Leon Watermann aus Rendsburg und Felix Scheil aus Fockbek hatten sich für die Tour zur Werft Nobiskrug angemeldet. Die beiden besuchen die 12. Klasse der Herderschule. Sie fanden es spannend und interessant, einmal hinter die Kulissen der Werft zu blicken, auch im Hinblick auf eine spätere Berufswahl.
Der Betriebsleiter Jörg Gelhaus führte die Besucher in Gruppen durch die Hallen, in denen auch nachts produziert wird, und zeigte ihnen Segmente von RoRo-Schiffen, Schleusentore, Tanks für Offshore-Plattformen und als Höhepunkt zwei fast fertige Megayachten. "Die Namen der Auftraggeber dieser Luxusyachten bleiben genauso geheim wie der Preis dieser Schiffe", machte Gelhaus deutlich.
Für den Personalleiter Dirk Petersen war die "Lange Nacht der Industrie" eine gute Möglichkeit, Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, die Werft als Arbeitgeber vorzustellen und Fachkräfte zu gewinnen. "Wir suchen Ingenieure in den Bereichen Schiffbau und Maschinenbau sowie Spezialisten für die Kalkulation, und wir bieten interessante Ausbildungsplätze", erklärte er den Besuchern.
Die Werft Nobiskrug an der Obereider baut seit über 100 Jahren Schiffe für die Marine und die Handelsschifffahrt. Mittlerweile hat sich das Unternehmen mit seinen 430 Beschäftigten, das seit 2009 zu der Abu Dhabi Mar Group gehört, zu einem der Hauptakteure im Bau von Luxusyachten entwickelt. Megayachten von 60 bis 200 Metern Länge werden auf der Werft speziell nach den Wünschen der zahlungskräftigen Kunden gebaut. Zudem werden in Rendsburg Plattformen für Offshore-Windkraftanlagen errichtet und verschiedene Stahlbauaufträge ausgeführt.
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