LANDESZEITUNG
Bürgerarbeit soll als Sprungbrett dienen
Rendsburg. Mit dem neuen Bürgerarbeit-Projekt des Bundes geht die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Rendsburg-Eckernförde in die Job-Offensive. Mit Hilfe der Fördermittel will die Hartz-IV-Stelle die Arbeitslosigkeit in der Stadt halbieren. Dies verkündete gestern Arge-Leiter Max-Detlef Schröder bei der Vorstellung des Projekts im Rendsburger Rathaus.
Bürgermeister Andreas Breitner unterstrich die Bedeutung der Bürgerarbeit für Rendsburg. "Für Langzeitarbeitslose ist dies eine große Chance auf einen sozialver sicherungspflichtigen Job", betonte Breitner. Er dankte der Arge ausdrücklich: "Es gibt nur ganz wenige dieser Projekte in Schleswig-Holstein. Dass Rendsburg dabei ist, verdanken wir dem Einsatz der Arge." Für die Stadt sei dies eine einmalige Gelegenheit, der Arbeitslosigkeit den Kampf anzusagen.
Nach Auskunft der Arge sind in Rendsburg derzeit 1780 Menschen arbeitslos gemeldet. Rund 1350 von ihnen fallen in den Bereich des SGB II. Speziell an die Hartz-IV-Bezieher im Alter zwischen 25 und 50 Jahren richtet sich nun das neue Angebot. "Für jüngere und ältere haben wir schon Sondermaßnahmen", begründete der Arge-Leiter die Auswahl.
Die Arge plant, insgesamt 150 sozialversicherungspflichtige Jobs in Rendsburg zu schaffen. Der größte Partner dabei ist die Stadt selbst. Sie will rund 80 Stellen einrichten. "Alle Arbeitsplätze müssen von öffentlichen Trägern sowie zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Die Bürgerarbeit ersetzt keine bestehenden Jobs", betonte der stellvertretende Arge-Leiter Martin Greiner.
Die Arge versteht die Bürgerarbeit als Sprungbrett für Langzeitarbeitslose zurück auf den Arbeitsmarkt. Denn die Stellen sind befristet. Maximal 18 Monate wird ein Teilnehmer mit Hilfe des Projekts beschäftigt. "Wir hoffen, dass er in dieser Zeit einen festen Platz findet", sagte Schröder. Schließlich bewerbe sich der ehemalige Hartz-IV-Empfänger dann aus einem festen Arbeitsverhältnis heraus. Frei werdende Plätze würden umgehend neu besetzt.
Das Projekt läuft drei Jahre. Die ersten Arbeitslosen sollen im Februar 2011 die Arbeit aufnehmen. Bis dahin werden vier neue Integrationskräfte der Arge alle Hartz-IV-Bezieher der Stadt interviewen, um laut Schröder gemeinsam mit den öffentlichen Trägern "passgenaue Arbeitsplätze" zu schaffen. Zusätzlich seien Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen geplant.
Bei der Stadt sind nach Auskunft von Fachbereichsleiter Herbert Schauer zum Beispiel Jobs in den Bereichen Ordnung und Sicherheit, Schule und Kinderbetreuung sowie beim Umwelt- und Technikhof möglich. Aber auch Kirchen und Vereine könnten Stellen einrichten. Finanziert werden diese überwiegend aus Bundesmitteln. Allein für Rendsburg stehen sieben Millionen Euro zur Verfügung.
"Dieses Projekt ist für die Stadt und für die Arbeitslosen eine riesige Chance", sagte Schröder. Statt Hartz IV bekämen die Teilnehmer den ganz normalen tariflichen Lohn. Gezwungen werde niemand zur Teilnahme. Denn: "Wir brauchen motivierte Arbeiter, damit das Projekt Erfolg hat."
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