LANDESZEITUNG

 

Auf die Nerven

04. September 2010 | Von Gero Trittmaack

In Hohn haben sich die Bürger durchgesetzt. Der Gemeinderat hatte sich zwar bereits für den Bau einer Biogasanlage ausgesprochen - doch dann brach unter den Bürgern ein Sturm der Entrüstung los. Sie befürchteten Lärm- und andere Belästigungen, schlossen sich zusammen, sammelten Unterschriften und übten eine Menge Druck aus. Mit Erfolg: Die Anlage wird jetzt doch nicht gebaut, jedenfalls nicht an der Stelle.

Das Beispiel belegt eindrucksvoll, wie mächtig Bürger sein können, wenn sie es nur richtig anfangen. Das Geheimnis besteht darin, Verbündete zu suchen, Öffentlichkeit herzustellen - und den Verantwortlichen gemeinsam deutlich zu machen, dass man nicht nachgibt. Wer allein vor sich hin meckert, hat keine Chance. Im Verbund aber sind die Bürger eine Macht, die ihre Interessen durchsetzen können.

Das Hertie-Haus am Altstädter Markt steht leer und bröckelt. Jetzt will die Stadt den Eigentümer Dawnay Day mit dem Baugesetzbuch in der Hand zwingen, das Gebäude zu sanieren und künftig auch zu pflegen.

Auch wenn das klappen sollte: Was soll Rendsburg mit einem riesigen Kaufhaus mitten in der Stadt, das nicht mehr bröckelt, aber immer noch leer steht? Das sieht vielleicht (ein wenig) schöner aus, löst aber das Problem nicht.

Hintergrund der Aktion ist allem Anschein nach der Versuch, die Londoner Geschäftsleute zum Verkauf des Hauses zu bewegen - damit auch am Altstädter Markt bald wieder Einkaufstrubel herrscht. Ein Investor mit fertigem Konzept steht schließlich bereit.

Der Gedanke könnte sein, dass man den Unternehmern in London mit kleinen juristischen Nadelstichen dermaßen auf die Nerven geht, dass diese ihre Immobilie unbedingt loswerden wollen.

Das mag absurd klingen - aber was soll man tun, wenn man sonst keinen Einfluss auf die ganze Sache hat.

Nach der Bauamtsleiterin, der Vorsitzenden des Personalrates wird nun auch die Leiterin des Bereichs Soziales in der Kreisverwaltung gehen. Der Landrat hatte Personaleinsparungen zwar angekündigt - dennoch dürfte er über diese "Fluchttendenz" nicht gerade erfreut sein. In diesem Zusammenhang stellt sich nun die Frage, woran es liegt, dass die Führungskräfte nicht mehr in der Kaiserstraße arbeiten wollen.

Wie hatte sich Peter Dünne geärgert, als "sein" Rendsburger Herbst den angestammten Termin für den E.ON Hanse-Cup räumen musste. Gestern bei der Eröffnung strahlte er mit der Sonne um die Wette.

Wäre alles nach Plan gelaufen, hätte das Rendsburger Volksfest am vergangenen Wochenende stattgefunden - und da hatte es zeitweise wie aus Kübeln geregnet. Was hätte dem Herbst also besseres passieren können. Dünne gab dem Rudercup-Organisator Jochen von Allwörden gestern zum Trost ein Bier aus.


 

Leserkommentare

 
Zeitung zur Probe
Lust auf mehr? Die Landeszeitung jetzt
2 Wochen kostenlos testen.


Lokalausgabe wählen

 
 

SONDERTHEMEN

Hier finden Sie die aktuellen Sonderthemen aus Ihrer Tageszeitung

25.05.

 

24.05.

23.05.

Die aktuellen Sonderbeilagen der Tageszeitung

 

Was suchen Sie?

z.B. "Hotel", "Software", "Müller"

Wo suchen Sie?

z.B. "Flensburg" , "Rote Str."

Wen suchen Sie?

z.B. "Hotel", "Software", "Müller"

Wo suchen Sie?

z.B. "Flensburg" , "Rote Str."

 
INSTITUT50PLUS
Lebendig leben...
Angebote für eine aktive Lebensgestaltung
 
HÄUFIG GELESEN

Tekin Bicer: Wurde er von den "Hells Angels" ermordet?

Seit zwei Jahren lebt die Familie von Tekin Bicer aus Kiel schon mit der Ungewissheit. Damals ...mehr

 
 


KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ