LANDESZEITUNG
Ansichten aus der guten alten Zeit
Kaufhaus Grimme und Altstädter Apotheke: Verena Lippert mit einem Bild von der Ecke Altstädter Markt/Stegen. Foto: Haller (2)
Rendsburg. Sie füllt zwar eine zeitliche Lücke zwischen zwei großen Veranstaltungen, ist aber keineswegs als Lückenbüßer zu verstehen: Zum dritten Mal nach 1999, als Rendsburg 800. Geburtstag feierte, und 2006 zeigen die Museen im Kulturzentrum eine Ausstellung mit historischen Ansichten der Stadt. Neben 30 Fotos, die bereits Bestandteile der beiden Vorgängerinnen waren, wird der Weißen Brücke aus aktuellem Anlass eine Stellwand mit acht "neuen alten" Bildern gewidmet.
Die Idee zu der Präsentation stammt von Verena Lippert. Sie traf die Auswahl aus dem nach Straßen geordneten Archiv, das an die 1000 Fotos enthält. Auf dem "Lieblingsfoto" der wissenschaftlichen Volontärin von Museumsleiter Dr. Martin Westphal ist ein altes Pärchen beim Gang über die Brücke in den neunziger Jahren zu sehen. Eine andere Aufnahme, entstanden im August 1956, gibt ein kleines Rätsel auf. Wurden die Plätze in dem Straßencafé am Jungfernstieg vom "Deutschen Haus" gegenüber bewirtschaftet - oder gehörten sie zur legendären Milchbar?
Einige Diskussionen ausgelöst hat nach Angaben Westphals auch das älteste Foto aus dem Jahr 1875: Ist beim Blick durch die Königstraße zum Paradeplatz wirklich die Silhouette der Marienkirche in der Ferne zu sehen? Der Museumsleiter und Verena Lippert haben es getestet: "Die Perspektive stimmt".
Die übrigen Ausstellungsstücke zeigen eine bunte Mischung aus dem Neuwerk und der Altstadt, deren Anblick Erinnerung bis Wehmut hervorrufen dürfte. So wurde das Kaufhaus Grimme in seiner ganzen Pracht mit der benachbarten Altstädter Apotheke in den 1930-er Jahren im Bild festgehalten. Und auf dem Foto des Jungfernstiegbeckens von 1895 mit Kaiserlichem Postamt und Lyzeum im Hintergrund fährt ein Ruderboot, wo seit 1901 das Stadttheater steht.
Die Ausstellung bleibt bis 18. März geöffnet (Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr, Sonnabend/Sonntag 10 bis 17 Uhr). Auf den 4. Platz der "ewigen Bestenliste" der Museen haben es übrigens mit 1936 Besuchern die Norddeutschen Realisten geschafft, die hier zuvor zu sehen waren. Angeführt wird die Hitparade von den Picasso-Grafiken mit 2800 Gästen.
Leserkommentare
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden
Warum muss ich mich anmelden/registrieren?
shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!
Lust auf mehr? Die Landeszeitung jetzt
2 Wochen kostenlos testen.






Warum wurden dann die ganzen alten historischen Gebäuden für zum Teil hässliche Funktionsbauten abgerissen? Damit man sich dann später alte Aufnahmen ansehen kann und um dann zu sagen: "Och wie schön war mal Rendsburg!"? Mir würde diese Ausstellung besser gefallen, wenn neben den alten Aufnahmen auch aktuelle Aufnahmen hängen würden, damit man endlich erkennen kann, wie sehr sich das Stadtbild verändert hat. Aber vielleicht möchte man auch die Besucher nicht erschrecken, denn positiv war diese Veränderung nicht gerade. Funktionsstädte haben wir schon viel zu viele in Schleswig-Holstein!