HUSUMER NACHRICHTEN
Musikalisches Feuerwerk
Witzwort. Sie machten ihrem Namen alle Ehre. Hava Nagila, eine Nachwuchsband aus Witzwort mit der musikalischen Leiterin Marta Radcke, brachte das zweite Witzworter Benefiz-Musik-Festival "Open-Ei" in Fahrt. Mit dem gleichnamigen jüdischen Lied legten sie am Sonnabendnachmittag los und eroberten im Sturm die Herzen der Zuhörer. Die ohnehin schon gute Stimmung der Gäste stieg. Der Funke zündete. "Lasst uns singen, glücklich und fröhlich sein", so der übersetzte Refrain, hätte nicht besser das Motto des Tages mit zehn Stunden unterschiedlichster Live-Musik sein können. "Ein toller Auftakt", erklärte Inga Lück von der Halbinsel Nordstrand. Nicht minder begeistert war Moderator Carsten Kock von Radio Schleswig-Holstein (RSH) über den gelungenen Start. Zum zweiten Mal unterstützte er die gute Sache. Ein musikalisches Feuerwerk, nur unterbrochen von kurzen Umbaupausen, schloss sich an. Währenddessen ließ es DJ Ulf Frahm vom Bünger Musikservice mit den kleinen silbernen Scheiben "krachen".
Die Rödemisser Big-Band lockte mit Swingmusik und mehr die ersten Tanzwütigen auf das Rasenparkett. "Tom the Crow" begeisterte mit Gitarre, starker Stimme und Blues vom Feinsten. Die "Fiesen Friesen" waren gar nicht so "fies" wie der Name vermuten ließ. "Gute-Laune-Musik", kommentierte Marita Frings aus Aachen. Die Urlauberin hatte von dem Ereignis in unserer Zeitung gelesen. "Das ist genial, was hier abgeht. Und alles so friedlich. Alle Achtung vor den Organisatoren", erklärte sie. Den Bär ließ DJ-Ötzi-Double Kai Christiansen "steppen". Er machte noch mehr gute Laune. Die obligatorische Polonaise durch die Bankreihen war ein Muss. Da hielt selbst Hauptorganisator Maik Schultze nichts mehr. Er reihte sich ebenso wie Moderator Carsten Kock in den Schlange fröhlicher Menschen ein.
Zum zweiten Mal dabei war Mobago. Das Kammer-Pop-Trio zeigte sich in Höchstform. Ungewöhnliche Interpretationen bekannter Stücke, wie "Summertime" von George Gershwin, ließen aufhorchen. "Curtis in Memphis", diesmal krankheitsbedingt ohne Curtis, alias Lead-Sänger Thomas Gäthje, machten Stimmung, vor allem mit den unvergesslichen Elvis-Songs. Dabei glänzte die eingesprungene Sängerin Carola Schlageter mit ihrer Reibeisenstimme. Die sonst so Hip-Hop-Begeisterten Schüler Simon Johannsen, Bjarne Fritsch und Mike Spottock, fanden: "Richtig geile Mucke." Mit Traumzeit ging es zeitweise in ruhigeres Fahrwasser. Balladen, deutsche Chansons und Rock-Pop-Coversongs waren Sängerin Julia Böttcher wie auf den Leib geschrieben. Ausdrucksstark sang sie "Gabriellas Sang" aus dem Film "Wie im Himmel". Für den fetzigen Abschluss á la "Wacken lässt grüßen" sorgten "Deaf Leeches of the Ear Department". Die Musiker zogen alle Register. Jung und Alt rockte direkt vor der Bühne noch einmal richtig ab.
Aber nicht nur musikalische Highlights hatte das Musik- und Familienfest zu bieten. Die Lütten kamen ebenso auf ihre Kosten. Axel Thurau von der Firma Springfest aus Kiel stellte Europas größtes aufblasbares Labyrinth und die größte Springmatte Norddeutschlands zur Verfügung. "Das war ein langer Tag, aber der Aufwand hat sich gelohnt", stellte Ehrenamtlerin Heidi Meves fest. Den gut 20 ehrenamtlichen Helfern machte ihr Job Spaß. Maik Schultze: "Wir basteln schon am dritten Open-Ei". Ohne die vielen Freiwilligen wäre das alles nicht möglich gewesen.
Kassensturz wird in den nächsten Tagen gemacht. Dann soll der Erlös der Veranstaltung, der, so Schultze, "hoffentlich vollen Spendendosen" persönlich übergeben werden. Profitieren werden davon das SOS-Kinderdorf Lütjenburg, die Melina-Sophie-Stiftung Joldelund und die Jugendarbeit in Witzwort.
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