Funkelndes Nachtlicht im Wattenmeer
Die Alge Noctiluca scillantis - hier um ein Vielfaches vergrößert - ist nur bis zu einem Millimeter groß. Foto: m.a.Sampayo
Wattenmeer. Es sieht aus, als hätte jemand unter Wasser das Licht angeknipst. Ist Lesestunde bei Familie Walfisch? Oder sind Außerirdische mit eingeschaltetem Fernlicht mit dem Ufo ins Wasser getaucht? Das Meer strahlt.
Meeresleuchten wird diese Erscheinung genannt. Es ist nicht der Widerschein des Mondes oder von Scheinwerfern, sondern das Licht kommt von unten.
Unheimlich? Nein, das ist es nicht. Denn es sind weder grüne Marsmännchen noch Bösewichte, die unter Wasser einen Angriff auf die Menschheit planen, die das Licht anknipsen - sondern winzige Tierchen.
Meeresleuchten wird von Algen erzeugt. Die Einzeller sind nur einen Millimeter groß. Und wenn dir ein einzelnes Tierchen im Wasser begegnet, dann siehst du gar kein Licht. Erst wenn die Algen in großen Mengen auftauchen, entsteht Meeresleuchten.
Sie vermehren sich, wenn es längere Zeit warm ist. Die Wassertemperaturen müssen bei 20 Grad liegen und die Algen brauchen viele Nährstoffe im Wasser, also Plankton. Wenn es jetzt im August einige warme Tage gibt, hast du gute Chancen, zum Beispiel im Wattenmeer das Meeresleuchten zu sehen.
Noctiluca scintillans sagen Fachleute zu der Alge. Das kommt aus dem Lateinischen und heißt funkelndes Nachtlicht. So sieht es auch aus - wunderschön. Noctiluca scintillans leuchtet nicht wie eine Glühbirne dauerhaft. Wenn sie sich bewegt, entstehen kleine Blitze, die du aber nicht einzeln zu sehen sind, sondern als Meeresleuchten. Und wenn das Licht so dauerhaft angeschaltet ist, hat Familie Walfisch vielleicht doch die Chance auf eine Lesestunde. Infos übers Wattenmeer findest du unter: www.nationalpark-wattenmeer.de/sh
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