HUSUMER NACHRICHTEN
"Brunnen-Gespräche" Breklum
Vertrauensvolle Gespräche als Wellness für die Seele
Sich austauschen und miteinander reden - das steht für Pastorin Jutta Jessen-Thiesen (re.) und die Teilnehmerinnen im Mittelpunkt der "Brunnen-Gespräche". Foto: ulu
Breklum. Sich einfach einmal etwas Gutes tun. Das ist immens wichtig - aber gar nicht so einfach. Vor allem für Frauen nicht, denn sie sind meist (noch) so konditioniert, zunächst für andere da zu sein und sich selbst und ihre Bedürfnisse hintenan zu stellen. Aber: "Wer anderen Hilfe und Unterstützung geben will, braucht selbst erst einmal Kraft", sagt Dagmar Messow. Und die schöpft die engagierte Breklumerin unter anderem bei den "Brunnen-Gesprächen". Dazu treffen sich einmal im Monat Frauen jeden Alters.
"Was tut mir jetzt gut?" Diese Frage steht bei jedem Treffen am Anfang - und führt dann wie ein roter Faden durch den Vormittag. "Auch wir Frauen sind mal dran", bekräftigt Gudrun Andresen, eine der Mitbegründerinnen des Gesprächskreises. Nicht immer nur die Gebende zu sein in der Familie, im Beruf und im Ehrenamt, sondern einmal die Möglichkeit zu haben, sich im geschützten Raum mitzuteilen, sich auszutauschen, Anregung und Inspiration mitzunehmen - und das ohne Anspruch auf Leistung. "Keine erwartet etwas Bestimmtes von der anderen, jede darf so sein, wie sie ist", sagt Gudrun Erdmann aus Niebüll. Sie findet es in Ordnung, wenn eine Teilnehmerin sich lieber zurückhält. "Wenn jemand eher ein Hörer ist, dann ist das eben so."
Namensschöpfung
Seit gut zwei Jahren gibt es die "Brunnen-Gespräche". "Wir saßen im Missionshaus zusammen", erzählt Gudrun Andresen, "guckten beim Reden immer mal wieder aus dem Fenster und schauten dabei auf den Brunnen." Wie von selbst entwickelte sich eine Assoziations-Kette: Brunnen, aus dem Brunnen schöpfen, Wasser, Quelle, an der Quelle sitzen, den Dingen auf den Grund gehen, zu seinen Wurzeln kommen... Genau das, was sich die Frauen bei ihren Begegnungs-Runden wünschen.
"Wellness für die Seele" umschreibt Pastorin Jutta Jessen-Thiesen die Zusammenkünfte. Sie finden jeden zweiten Freitag im Monat von 9 bis 10.30 Uhr statt. Solange das Missionshaus nach dem Brand noch renoviert wird, darf die Runde die Küche in der "Eine-Welt-Ausstellung" an der Kirchenstraße 10 nutzen. Auch hier finden die aufgeweckten Frauen Bezüge zu ihrem Dasein. In der einen Ecke sind all’ die Dinge ausgestellt, die Afrikanerinnen im Busch brauchen, um Nahrhaftes zuzubereiten: ein Gefäß mit Stößel, um Körner zu Mehl zu stampfen, eine große Holzschale, um den Teig zu kneten, eine Feuerstelle. In der anderen Ecke die moderne Küchenzeile mit allem, womit die hochtechnisierte Hausfrau arbeitet. Gegensätze, die zum Nachdenken anregen. "Die Themen sind unerschöpflich", veranschaulicht Jutta Jessen-Thiesen, "und wir leisten es uns, das im Alltag zu sehen." Einmal nicht zielorientiert sein, sondern dem Raum zu geben, was gerade anliegt an Themen.
"Hab es gut"
Schräg klingt es daher auch den Frauen im Ohr, wenn ihnen jemand zum Abschied zuruft: "Mach’ es gut." Das ist doch schon wieder eine Aufforderung, stellen sie mit ihrer geschärften Wahrnehmung fest. Viel besser formulieren es da doch die Dänen: "Ha’ det godt - Hab’ es gut". Das sei einfach ein wohlmeinender Wunsch. Und dem kommen die Frauen gerne nach - wenigstens einmal im Monat bei ihrem "Brunnen-Gespräch". Das nächste Mal wieder am Freitag dieser Woche (12.) um 9 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
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