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Rehabilitation: Mühevoller Kampf um Hilfen für immer mehr Betroffene

04. Oktober 2011 | Von rah

Ockholm. "Nach einem Schlaganfall ist alles anders", brachte es die Vorsitzende des "BDH Bundesverbandes Rehabilitation", Ilse Müller, auf den Punkt. Damit war sie mitten im Thema der Tagung des Landesverbandes Schleswig-Holstein-Hamburg - "Rehabilitation nach Schlaganfall". Unter der Schirmherrschaft des Ministerpäsidenten fand diese in Ockholm statt.

Besagte schmerzliche Erfahrung müssen laut Müller in Deutschland jährlich rund 250 000 Menschen machen. Angesichts des demografischen Wandels werde die Zahl künftig steigen. Grundlegende Dinge, wie Sprechen, Gehen, Lesen müssten in der Reha-Phase neu erlernt werden. Daher sei es gut, eine Lobby wie den den Verband an der Seite zu haben: Sechs Fachkliniken mit hochqualifizirtem Fachpersonal stehen unter seiner Trägerschaft. "Die Betroffenen sollen die Aufgaben des Alltags nach der Reha wieder allein meistern können. Das ist das Ziel", so Müller. Dank gebühre den Ehrenamtlern, die auf Landes-, Kreis- und Ortsebene direkt an der Basis den Angehörigen Hilfestellung leisten.

Der Landesvorsitzende Dr. Andre Vogel erklärte: "Alles ist komplizierter geworden. Das ermüdet." Ein Antrag nach Paragraf 54 SGB mache ihn unruhig, weil er benutzerunfreundlich sei. Den Grad einer Behinderung festzustellen, dauert zu lange. In einem Fall habe er dreieinhalb Jahre für einen Patienten kämpfen müssen. Alle Selbsthilfeverbände hätten ihre Schwierigkeiten damit, so dass Zusammenarbeit förderlich sei. Selbsthilfe sei nötig, um der Politik Paroli zu bieten. "Das immer deutlicher werdende Ungleich gewicht zu Lasten der sozial Schwächsten ist unerträglich geworden", so Vogel.

Flagge zeigte für den Kreis Nordfriesland die stellvertretende Kreispräsidentin Margarethe Ehler. "Der Verband ist Helfer in der Not", sagte sie. Die Folgen des demografischen Wandels entwickelten sich dramatisch und würden zur Herausforderung für alle. In Nordfriesland, so Ehler, lebten derzeit 34 300 Menschen unter 20 Jahren. 2025 werden es 9000 weniger sein. Über 75 Jahre alt sind etwa 15 000 Menschen. 2025 werden es mehr als 23 000 sein. Das bedeute mehr Pflegefälle.

Der Landesvorsitzende plädierte für mehr Öffentlichkeitsarbeit. Landesweit gehören dem Rehabilitatiobs-Verband 1465 Mitglieder an. Im vergangenen Jahr wurden 123 Anträge, 82 Widersprüche, 25 Klagen und zwei Berufungsverfahren für Mitglieder auf den Weg gebracht. In diesem Jahr mussten bereits 185 Anträge und 105 Widersprüche abgearbeitet werden. Rechtsberatung und -beistand stehen an erster Stelle. Ohne die finanzielle Unterstützung des Bundesverbandes gäbe es in der Landesgeschäftsstelle keine hauptamtliche Angestellte mehr, so Andre Vogel. Die Mitgliedsbeiträge reichten zur Abdeckung nicht aus.

Schließlich ehrte der Landesvorsitzende Otto Eggert, seit 1949, und Rainer Hora, seit 1972 ehrenamtlich tätig. Zum Nachfolger für den nicht mehr kandidierenden Landesvorsitzenden wählte die Versammlung den bisherigen Vize-Chef Karl-Heinz Denker sowie zu seiner Stellvertreterin Ute Wittstock. Ein Vortrag von Dr. med. Torsten Stein, Leitender Oberarzt und Facharzt für Neurologie und Psychiatrie an der BDH-Klinik Greifswald mit dem Titel "Hirn infarkt, mit einem Schlag ist alles anders" rundete die Tagung ab. Sein Credo: "Alarmzeichen ernst nehmen."


 


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