HUSUMER NACHRICHTEN
Husum
Musik und Tanz und Lebensfreude
Viel Spaß hatten die Mitglieder des Tanz-Workshops bei der improvisierten Vorstellung für die Fotografin. Foto: Matz
Husum. Zusammen werben sie für ein integratives Projekt: Die Sonnenscheinkinder e. V. und die Evangelische Familienbildungsstätte (FBS) wollen unter dem Titel "Gemeinsam mit Dir" ein Jahr lang an einem Musical für Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten. Im Sommer 2012 soll das Werk dann an mehreren Orten aufgeführt werden. Dafür werden noch händeringend Mitstreiter gesucht. Wer Lust hat, kann morgen oder am Sonnabend, 2. Juli, jeweils von 15.30 bis 17 Uhr in die Arbeit des Tanz-Workshops der Sonnenscheinkinder hineinschnuppern.
Das Musical-Projekt baut auf dem seit einem dreiviertel Jahr erfolgreich laufenden Tanz-Workshop auf. An dem beteiligen sich neun 15- bis 23-jährige Menschen mit Behinderungen. Rhythmische Bewegung und freier Tanz stehen im Vordergrund. Das Musical, so die Idee, soll ebenfalls auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Sonnenscheinkinder zugeschnitten werden. Susanne Steinmeier, Tanzleiterin des Workshops, spricht von "vorhandenen Ressourcen". Und natürlich werden auch die Talente derjenigen berücksichtigt, die neu dazu stoßen. Steinmeier: "Wir versuchen, jeden einzelnen dort abzuholen, wo er steht, und ihn dann so einzubeziehen, wie er es kann."
"Wir wollen die Gesellschaft in das Projekt einbinden: Behinderte und nicht Behinderte, Alte und Junge, Reiche und Arbeitslose, Rollstuhlfahrer, Kinder, Jugendliche, Senioren. Für noch mehr Glanz. Damit es noch lebendiger wird", erläutert FBS-Leiterin Christiane von Alften. Sie spricht in diesem Zusammenhang von "Inklusion" und nicht von "Integration", um zu unterstreichen, dass es um ein uneingeschränktes Teilhaben aller geht. Die Sonnenscheinkinder und die "Neuen" sollen miteinander singen, tanzen und kreativ sein. Tanz, Spiel, Choreografie und Musik sollen aus einem von Steinmeier "vorgegebenen roten Leit-Faden" aus der Runde heraus wachsen und so "ein Musical zum Leben erweckt werden", formuliert Bärbel Lüdemann, Vorsitzende des Vereins Sonnenscheinkinder, den Anspruch des Vorhabens. Ihr Sohn Gernot ist übrigens einer der begeisterten Akteure.
Zum Verein sagt Lüdemann: "Eltern geistig und körperlich behinderter Menschen haben den Verein im August 2005 mit dem Ziel gegründet, behinderten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen den Weg in ein möglichst selbst bestimmtes, gestaltetes und organisiertes Leben zu ermöglichen." Dem Verein gehören aktuell 35 aktive Mitglieder und Förderer an.
Die Projekt-Idee kam Bärbel Lüdemann und Susanne Steinmeier beim Besuch einer professionell ausgerichteten Show von Menschen mit und ohne Behinderung in Flensburg. Unterstützung finden sie bei Tanzlehrerin Beate Nicolai und dem sportlichen Gesangstalent Lisa Dorwald. Sie hat das Gemeinschafts-Vorhaben mitentwickelt.
Damit das integrative Vorbild-Vorhaben Nordfrieslands erfolgreich wird, wollen die Akteure nach den Sommerferien regelmäßig im 14-tägigen Rhythmus in der Woldsenstraße 45-47 üben. Voraussetzung für die neuen Mitspieler ist, dass sie tolerant und teamfähig sind. Es geht nicht um Selbstdarstellung. Wichtig "ist ein bisschen Improvisationstalent. Wir müssen nicht Texte wortgenau aufsagen. Wir lassen kreative Spielräume", so die pragmatische Zusammenfassung Steinmeiers.
Wesentlich emotionaler sehen das Anna, Elisabeth, Jule, Laura, Finn, Gernot, Henrik, Lars und Malte: Die neun Sonnenschein-Tänzer fiebern dem Übungsbeginn schon jetzt begeistert entgegen. Bleibtzu hoffen, dass sich genügend kreative Menschen aufraffen, um den Traum der tanzenden Sonnenscheinkinder Wirklichkeit werden zu lassen. Anmeldungen und weitere Infos unter Telefon 2153 - in den Ferien unter Telefon 04842/226 - oder per E-Mail an baerbelluedemann1@web.de.
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