HUSUMER NACHRICHTEN
Ein Hauch von Mittelmeer an der Nordsee
Ruhe bewahren, auch wenn der Motor zunächst nicht anspringen will, hieß es für die DLRG-Mitarbeiter, bevor sie zum Rettungseinsatz in Richtung Sperrwerk starten konnten.
Husum. Eine leichte Brise, dazu 26 Grad Luft- und angenehme 21 Grad Wassertemperatur, gepaart mit einem Himmel in Bilderbuch-Blau - endlich ist es Sommer und das perfekte Wetter für einen Tag am Meer. Das dachten sich am Donnerstag, dem "heißesten Tag des Jahres", auch zahlreiche Sonnenhungrige und zogen mit Badehose, Luftmatratze und Sonnencreme bewaffnet an das Strandbad am Dockkoog.
"Schon am Vormittag war der Strandabschnitt gut gefüllt, so dass wir schon um die Mittagszeit alle unsere 60 Strandkörbe vermietet hatten und im Laufe des Tages leider rund 40 Gäste wieder wegschicken mussten", bilanziert Gert-Ulrich Hartmann, Betreiber und Pächter des Campingplatzes und des Strandbades Dockkoog. Rund 1 000 Badegäste, Urlauber wie Einheimische, zählte der gebürtige Mainzer an diesem Tag.
Strandkorb oder nicht - den Kindern war das ziemlich schnuppe, wollten sie doch möglichst schnell ins Wasser - und da dauerte das Aufblasen der Schwimmflügel oder der Luftmatratze durch die Eltern einfach viel zu lange. Zahlreich zog es den Nachwuchs auch mit Eimer und selbst gebastelter Angel zum Krebse fangen auf den Badesteg, von dessen Ende die Jugendlichen mit "Köppern" oder "Arschbomben" in die Nordsee sprangen. "Es ist schön zu sehen, wie alle Badegäste gemeinsam und friedlich nebeneinander den Tag am Strand genießen", freut sich Björn Tetens von der Deutschen-Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG).
Ein Hauch von "Ölsardinen-Atmosphäre" machte sich ab 14 Uhr breit, als sich der Strand pünktlich zum Hochwasser noch weiter füllte und auf Höhe des Kiosks Handtuch neben Handtuch reiht. "Komisch, aber alle Gäste möchten an diesem Abschnitt liegen, obwohl Richtung Hundestrand und Richtung Sperrwerk noch viel Platz ist", wundert sich auch Hartmann.
"Gut für uns - so haben wir den Steg und den Großteil der Gäste im Blick", sagt Tetens. Der 37-Jährige ist als Wachleiter eingeteilt, blickt zusammen mit seinen fünf Kollegen vom DLRG-Turm auf das bunte Treiben am Strand und im Meer. Pflaster waren an diesem Tag heiß begehrt. Tetens und seine Kollegen versorgten kleinere und größere Schürfwunden und hatten auch für die Urlauber aus Baden-Württemberg das passende Werkzeug für eine schnelle Fahrradreparatur parat. "Ein ruhiger Tag", resümiert Tetens, der bereits seit 25 Jahren wie seine Kollegen ehrenamtlich für die DLRG tätig ist. "Eigentlich ist das schon so, dass wir am Dockkoog eher nur kleinere Wunden zu versorgen haben und keine größeren Badeunfälle passieren." Sagt es und sprintet im nächsten Moment los. Denn so ganz ruhig sollte es an diesem Sommertag für die DLRG-Mannschaft doch nicht sein.
Später werden Tetens und seine Kollegen Petra Reincke und Jan-Erik Reimer von dem Notfall berichten, zu dem sie mit ihrem motorbetriebenen Schlauchboot ausgerückt sind. Dabei ging es um einen Segler, der dringend erste Hilfe benötigte und später dem Notarzt übergeben wurde (siehe Ausgabe von gestern).
"So ein Einsatz bedeutet Anspannung und Adrenalin pur. Doch im Team arbeiten wir Hand in Hand und jeder weiß, was er zu tun hat", betont Reimer, der seit diesem Jahr Mitglied der DLRG ist. "Später, wenn alles gut ausgegangen ist, folgt die Erleichterung."
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