HUSUMER NACHRICHTEN

 

Umwelterkrankungen

Demonstration in Schutzanzug und mit Maske

10. November 2008 | 18:27 Uhr | Von Herbert Müllerchen

Mit einem Protestmarsch rund um den Husumer Binnenhafen machten Umwelterkrankte auf ihre Lage aufmerksam. Foto: hjm

Der Verein für Umwelterkrankte informierte im Husumer Rathaus über die Probleme. Auch Allerwelts-Chemikalien sind nicht von allen Menschen zu verkraften.

Nordfriesland. Der Verein für Umwelterkrankte (Bredstedt) veranstaltete das dritte Symposium "Umwelt und Gesundheit". Hierzu boten die Organisatoren verschiedene Fachvorträge im Ratssaal des Husumer Rathauses an. "Wir wollen mit unserer Veranstaltung auf die prekäre Lage Umwelterkrankter aufmerksam machen, schließlich kann es jeden treffen - von heute auf morgen", so Gisela Grote, erste Vorsitzende des Vereins.

Für Menschen mit umweltbedingten Krankheiten würden die Kosten für krankheitsgerechte Behandlungen durch (Zahn-) Mediziner und Kliniken immer seltener von den Sozialversicherungen getragen. "Jahrelange Arbeit und Forschung werden von offizieller Seite immer wieder unter den Tisch gekehrt", so ihr Vorwurf. Zur Untermauerung verwies sie auf die stetig steigende Zahl derer, die an den Folgen einer modernen "Zivilisationserkrankung" leiden.

Protestmarsch um das Hafenbecken

Wie ernst es der Verein meint, zeigte ein Verweis auf der Einladung, mit der er sich an die Besucher des Symposiums wandte. "Es wird darum gebeten, auf das Rauchen und auf jegliche Art von Duftstoffen wie beispielsweise Parfüms, Kosmetika, Deos, Duschgels, Haarpflege- und Waschmittel zu verzichten".

Mit einem Protestmarsch um das Husumer Hafenbecken wiesen maskierte und zum Teil in Schutzanzügen gekleidete Teilnehmer auf die Situation der Umwelterkrankten hin. "Wir möchten auf uns als die 'unsichtbar Behinderten' hinweisen", betonte Moon McNeil, die den Protestmarsch anführte. "Die Chemie in Alltagsdingen kann zuweilen Segen bringen, doch zuweilen macht sie krank und zwar gleich ein Leben lang", rief sie den Passanten auf der Straße zu. "Heute weiß das kleinste Kind, wie schädlich Chemikalien sind, weil sie sich im Körper speichern und um Krankheit uns bereichern".

"Großer Informationsbedarf"

Auch bei den zahlreichen Fachvorträgen drehte sich alles um die Umwelterkrankten und deren Lebensbedingungen. So verwies beispielsweise Dr. med. Ilja Lasaroff auf die Bedeutung des Histamins bei der Ernährung von Patienten mit Umwelterkrankungen hin. Auch mit der Frage, wie Gehirn und Nervensystem durch Entgiftung geschützt werden können, beschäftigte sich ein Kurs. Des Weiteren ging Wilhelm Krahn-Zembol in seinem Vortrag auf die Rechtslage von Umwelterkrankten in Deutschland ein.

Die Veranstalter zeigten sich am Ende erfreut über die hohe Zahl der Besucher. "Das beweist doch, dass es in der Bevölkerung ein großer Informationsbedarf zum Thema Umwelterkrankung vorhanden ist", so Dagmar Schenk vom Verein für Umwelterkrankte


 


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