HUSUMER NACHRICHTEN
Bürger am Ausbau der Stromnetze beteiligen
Der Netzausbau war und ist ihr Thema: (v. l.) Doris Lorenz,Dr. Christian Schneller, Ingrid Nestle, Dirk Scheelje, Dr. Tamara Zieschang, Marion Sellier und Claas Arlt. Foto: hh
Breklum. Der zügige Ausbau der Stromnetze ist Voraussetzung dafür, dass die Energiewende in Schleswig-Holstein gelingt. Darüber herrschte Einigkeit bei der Diskussionsveranstaltung "Wind von vorn!" zum Ausbau der Stromnetze.
Auf Einladung des "klimabüros küstenpower" und moderiert vom Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung, Dirk Scheelje, und seiner Kollegin Doris Lorenz, kam es im Breklumer Christian-Jensen-Kolleg zum regen Austausch zwischen Zuhörern - darunter zahlreiche Betreiber von Windkraftanlagen - und: der Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministerium, Dr. Tamara Zieschang, der Grünen-Bundestagsabgeordneten Ingrid Nestle, der SPD-Landtagsabgeordneten Marion Sellier, Dr. Christian Schneller vom deutsch-niederländischen Netzbetreiber Tennet sowie Claas Arlt vom Dirkshof in der Gemeinde Reußenköge.
"Wind von vorn" bekam Christian Schneller als er erklärte, "mit unserem Eigenkapital ist der Netzausbau nicht zu schaffen". Das Unternehmen will Beteiligungsmöglichkeiten ausbauen, so zum Beispiel auch in Form von Bürgernetzen. Sie könne sich eine Bürgerbeteiligung für eine 380-Kilovolt-Leitung im Gegensatz zu Beteiligungen an Bürgerwindparks nicht vorstellen, machte dagegen Marion Sellier deutlich.
Der Umstieg auf erneuerbare Energien sei eng mit dem Netzausbau verbunden, betonte Tamara Zieschang. "Bevor wir in die Planfeststellung gehen, wollen wir Akzeptanz erreichen." Ideen der Bürger zum Verlauf und zur Gestaltung der Westküsten-Stromtrasse müssten berücksichtigt werden.
Diese Trasse ist bundesweit von Bedeutung, meinte Ingrid Nestle. "Wenn die Länder aber nichts machen, sind wir machtlos." Und: "Rund fünf Prozent der Stromkosten sind Netzkosten. Da kann man nicht sagen, der Bau von Erdkabeln ist zu teuer." Claas Arlt mahnte zum Abschluss: "Es darf nicht passieren, dass wir die Massen an Megawatt nicht wegbekommen."
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