HUSUMER NACHRICHTEN
Besondere Atmosphäre einer Novelle im Fokus
Das Titelbild des Buches ziert ein Theater der Familie Tomicek aus der Nähe von Prag. Zu sehen ist die Bühne im Pole-Poppenspäler-Museum, das demnächst aus der Irene-Thordsen-Kongresshalle ausziehen muss. Foto: hn
Husum. "Pole Poppenspäler" zählt zu den bekanntesten Novellen Theodor Storms - viele persönliche Erinnerungen des Husumer Dichters flossen in dieses für die Jugend konzipierte Werk ein. Kunstvoll in eine Rahmenhandlung eingebettet, wird die Geschichte des Drechslers und Mechanikus’ Paul Paulsen erzählt, der sich in Lisei, die Tochter des alternden Münchener Puppenspielers Joseph Tendler, verliebt.
Bis in die Sprache der Hauptfiguren schlägt sich der Unterschied zwischen Nord- und Süddeutschland nieder. Schwerwiegender ist jedoch der Konflikt zwischen Künstlertum und kleinbürgerlicher Gesellschaft, zwischen fahrendem Volk und ehrsamen Bürgern, den Storm meisterhaft gestaltet - getreu seinem Grundsatz "Wenn du für die Jugend schreiben willst, so darfst du nicht für die Jugend schreiben!". Paulsens Zuneigung zum fahrenden Volk, zur Kunst und schließlich die unstandesgemäße Heirat mit Lisei bringen ihm den Spitznamen "Pole Poppenspäler" ein.
Mit der 1874 erschienenen Novelle im Gepäck hat sich der Westküsten-Fotograf Günter Pump an die Schauplätze der Erzählung begeben, um deren besondere Atmosphäre mit der Kamera einzufangen. Dazu reiste er ins thüringische Heiligenstadt, wo Storm von 1856 bis 1864 als Amtsrichter und Schriftsteller wirkte, und nach Husum. Dort setzte Pump unter anderem den ehemaligen Schützenhof, den Markt mit dem alten Rathaus, das Poppenspäler-Museum und das Stormhaus ins stimmungsvolle Bild.
Das Ergebnis ist "eine kongeniale Illustration der stormschen Novelle", wie es in einer Pressemitteilung der Verlagsgruppe Husum heißt. Herausgeber des 96 Seiten starken Hochglanz-Büchleins "Pole Poppenspäler" im handlichen Taschenformat (14,8 mal 14,8 Zentimeter) ist Ingwert Paulsen jr. (ISBN 978-3-89876-525-1).
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