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Massentierhaltung auf Eiderstedt
Protest gegen Hähnchen-Mastbetrieb
80.000 Tiere in einem Betrieb? Eine Gemeinde wehrt sich gegen eine große Mastanlage für Geflügel. Foto: dpa
Tating. Die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft ruft immer mehr besorgte Bürger auf den Plan, die eine Verschlechterung der Umwelt besonders in ihrer Region befürchten. So auch auf Eiderstedt: In der Gemeinde Tümlauer-Koog will ein Landwirt seinen Hähnchenmast-Betrieb (derzeit rund 40.000 Tiere) erweitern und eine neue Anlage mit mindestens der gleichen Kapazität aufbauen. Da dortige Anwohner schon jetzt über Belästigungen durch Geruch klagen und auch gesundheitliche Belastungen durch Bakterien, Viren und Keime fürchten, hat sich die "Bürgerinitiative Gesunde Luft in Eiderstedt" gegründet.
Die Initiatoren dieser Bewegung sind Hilke Herzberg, Jürgen Rust und Ole Martens. Sie hatten zu einer Versammlung in einem Tatinger Gasthof eingeladen und mehr als 30 interessierte Eiderstedter fanden sich ein, um sich über den Sachstand zu informieren. "Eine solche Mastanlage ist kein landwirtschaftlicher, sondern ein gewerblicher Betrieb", sagte Hilke Herzberg in ihrem Einführungsvortrag. "Und deswegen greifen hier die Sonderregelungen für die Landwirtschaft nicht. Denn eine Voraussetzung für die Regelung ist, dass mindestens 50 Prozent des benötigten Futters aus eigenem Anbau stammen müssen." Das sei hier nicht gegeben, zudem verfüge die Mastanlage nicht über Abluftfilter, und auch für die neue seien keine geplant. Außerdem würde zweimal jährlich der "Einstreu" auf die Felder als Dünger entsorgt werden. Nach ihren Erkenntnissen fielen etwa 40 Tonnen hochbelastete Entsorgungsmasse an, bestehend aus Einstreu, Kot, Keimen und Desinfektionsmitteln. Beim Ausbringen könnten die Keime durch die Luft überall hin verteilt werden und so zu Gesundheitsschädigungen führen. In Niedersachsen, wo es bereits zahllose Hähnchenmastanlagen gibt, seien schon dadurch bedingte Atemwegserkrankungen nachgewiesen worden. Es gebe keine rechtliche Handhabe gegen das Aufbringen von Einstreu auf die Felder, sagte Herzberg, denn das gelte als natürliche Düngung, deshalb könne man nur öffentlich protestieren.
Kot-Entsorgung nahe Reha-Zentrum befürchtet
"Die Politik muss handeln", forderte denn auch Jürgen Rust, "bisher ist nichts geschehen." Es handele sich nämlich gar nicht um ein begrenztes Problem: "Der in Tümlauer-Koog ansässige Betreiber nutzt zur Entsorgung des Einstreus auch Felder eines befreundeten Landwirts, und die liegen im Bereich Wittendün (St. Peter-Ording)", so Rust weiter. Das sei aufgrund des dortigen Westküstenparks, der benachbarten Reha-Kliniken und dem geplanten Neubaugebiet durchaus nicht unproblematisch. Ein Zuhörer bemerkte denn auch, dass "in der Gemeindevertretung St. Peter-Ording die Problematik bekannt ist, man das Thema aber diskret und hochsensibel behandelt".
"Es ist für die Bevölkerung nicht mehr hinnehmbar", meinte Hilke Herzberg, "wenn Einzelne zum gesundheitlichen Nachteil der Allgemeinheit Profit machen wollen. Deshalb wird es am 9. Januar in Kiel ein Treffen aller Bürgerinitiativen gegen Massentierhaltung geben, und auf der "Grünen Woche" in Berlin ist eine Groß-Demo geplant.
Leserkommentare
Zitat Kalle : "Was allein die 82 Millionen Bundesbürger über Weihnachten verzehrt haben, kann kein Biohof liefern."
Völlig richtig !
BUNDES- und alle anderen BÜRGER, HÖRT ENDLICH AUF EUCH SO SCHAMLOS ZU VERMEHREN !!!
Gesundes Fleisch für alle geht nur, wenn es ein paar Millarden Menschen weniger auf der Welt gibt !
Skrupellose und geldgierige Bauern (oder sind das schon Industrielle???) schrecken vor nichts zurück. Dörflich Gemeinschaft oder das Wohlbefinden anderer Bürger ist ihnen scheixxegal, Hauptsache die eigene Kasse klingelt.
Und unterstützt bzw. gefördert wird das alles von Lobbyisten in Verbänden und Ministerien.
Ich kaufe schon lange, lange keine Produkte mehr die von deutschen "Landwirten" produziert werden.
Mit Ihrer Einstellung verlagern Sie das Problem lediglich ins Ausland. Meinen Sie, dass die Verhältnisse in anderen Ländern besser sind? Ich glaube wohl kaum. Letztenendes verlagern Sie das Problem nur dahin, wo sie es nicht sehen können. Auch dort sitzen, wie Sie es ausgedrückt haben, nur "geldgierige Bauern".
In dem Sinne..
Frisch gerupfte Daunen von lebenden Gänsen, fett gemästete Gänse und Enten aus Ungarn, Polen Rumänien, Gänsestopfleber aus Frankreich.............
Alles Produkte, die hätten doch keine Chance bei uns verkauft zu werden wenn wir diese Artikel nicht kaufen würden.
Statt auf alles und jeden zu schimpfen, könnte man seine Lebensmittel auch selber anbauen und Tiere halten, wenn man denn Fleisch möchte. Da würde man sehr schnell merken, wie viel Arbeit dies macht. Rumpoltern geht leichter. Ebenso könnte man mit Holz heizen, statt auf die Multis zu schimpfen. Innerhalb weniger Stunden hatten wir heute unseren Jahresbedarf aus dem Wald geholt. Geht alles - wenn man nur will: Kalle von kalleskoppel.de
Diese Frage ist doch zuerst zu klären. Viele Verbraucher gehen davon aus, dass etwa 500 Rinder, 1000 Schweine oder 5000 Hähnchen pro Betrieb Massentierhaltung bedeuten. Dabei gibt es bereits anerkannte Biohöfe auf EU-Basis, die z.B. 3000 Puten und mehr halten. Ab wann beginnt Tierquälerei? Landwirte müsen Geld verdienen. Wenn man den aufgeschlossenen (und nicht verbohrten) Verbrauchern vorrechnet, wie viele Tiere ein Bauer verkaufen muss, um eine Familie ernähren zu können, dann wird so mancher sicherlich nachdenklich werden. Fleisch muss teurer sein, wenn weniger Massentierhaltung gewünscht wird. Und es ist durchaus denkbar, dass wegen der anhaltenden Kritik an der Massentierhaltung der Markt für tiergerecht erzeugte Produkte wachsen wird. Das muss keineswegs Bio sein. Allerdings gibt es bisher wissenschaftlich keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Bestandsgröße und dem Tierwohl. Wie sonst sind anerkannte Biohöfe - wie oben genannt - mit solchen Tierzahlen zu erklären? Es ist dringend mehr Kommunikation zwischen der Branche und dem Verbraucher erforderlich.
Hört auf Leichenteile zu essen! Googelt Massentierhaltung, schaut die Auswirkungen auf Umwelt, Gesundheit, Welthunger und schaut Euch die unfassbare Tierquälerei an. Dann googelt vegetarische Rezepte und esst Sojaburger, und alles wird gut!!!!
Früher gab es einmal in der Woche Fleisch und die Menschen waren gesünder. Heute gibt es jeden Tag Fleisch. Das ist leider nur mit Massentierhaltung möglich, mit allen Folgeerscheinungen. Wenn wir als Verbraucher auf das damalige Niveau zurück gehen, brauchen wir diese Betriebe mit tonnenweise Antibiotika und vielen Medikamenten nicht mehr.
... drum hört bitte auf Euch fortzupflanzen. Tut mir bitte den Defallen, es wäre um so viel leichter und auch schöner.... Hr Stein, Fr. Bianca W., Herr Lenz... BITTE!!! Es geht doch so einfach...
Wenn Ihr Demokratieverständnis keine kontroversen Diskussionen zulässt, dann sollten Sie keine Kommentare lesen oder nach Nord-Korea auswandern. Kalle von kalleskoppel.de
Über 90% der Tiere, die wir essen, kommen aus der Massentierhaltung. Dort werden sie in Käfige gepfercht oder zu Tausenden in Hallen ohne Fenster gesperrt und sie verletzen sich gegenseitig vor Panik. Viele verenden schon vor der Schlachtung. Massentierhaltung ist der pure Horror für Tiere.
In den Discountern gibt es Fleisch und Wurst sowie Geflügel oftmals billiger zu haben als Obst und Gemüse. Die landwirtschaftlichen Flächen werden nicht mehr zum Nahrungsmittelanbau sondern für die Erzeugung von "Bio-Energie" (Mais etc) benutzt, was Wunder, dass da Fleisch, das in Massenhaltung wesentlich weniger Fläche verbraucht als Gemüseanbau, günstiger ist. ...
Ansonsten auch hier nochmal mein Appell : Es gibt mehr als genug Menschen, hört endlich auf Euch so unkontrolliert und hemmungslos zu vermehren !
Und an Karl-Heinz Lenz von weiter oben : Wie soll denn das gehen, wenn jeder Bürger sein eigenes Zeug anbaut und wachsen lässt, ob Gemüse oder Fleisch ??? Bitte um einen ernstgemeinten und für Millionen Bundesbürger auch praktikablen Vorschlag !!!
Verlangen Sie bloß nicht zu viel, sonst schreibt er noch ein Buch über den Anbau von Kartoffeln und Gemüse auf Balkonen im 10. Stock.
garnicht so uninteressant ! Habe in einer wissenschaftlichen Zeitschrift neulich erst was gelesen über Versuche und Ideen, Gemüse auf den riesigen Wandflächen der Hochhäuser sowie auf grösseren Flachdächern anzubauen, urbane Landwirtschaft mit ganz neuen Aspekten.
Ebenso wie man schon dabei ist vertikale Solarfelder an Wandflächen nutzbar zu machen. Keine schlechten Ideen, finde ich !
Aber in der Praxis würde das mit dem Eigenbedarf selber produzieren wohl eher so aussehen, wie in vielen "unterentwickelten" Gegenden der Welt, Hühner, Karnickel oder Schafe in der Wohnung oder im Vorgarten, schlachten selber (machen ja auch viele der von uns so geliebten Mitbürger mit kurdischen Wurzeln und andere in unserem schönen Deutschenlande)
Wäre aber nicht unbedingt ein Schritt nach vorne, weder in puncto Hygiene noch mit Tierschutz und so ...
Trotzdem möchte ich bitte unbedingt noch die Ideen von Kalle lesen, wie er sich das vorstellt, er thematisiert das mit der Selbstversorgung schliesslich immer wieder, der glückliche Kalle, auf seiner Kallekoppel ...
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Keiner will die Belastungen vor seiner Tür, aber nur wenige handeln auch danach. Wer fliegt, sollte sich nicht über Fluglärm beklagen und wer billiges Fleisch kauft, nicht über Mastanlagen. Was allein die 82 Millionen Bundesbürger über Weihnachten verzehrt haben, kann kein Biohof liefern. Kalle von kalleskoppel.de