HUSUMER NACHRICHTEN
Unterschlupf für kalte Nächte
Husum. "Unser Ziel ist: Es soll keiner erfrieren!" Und 15 Jahre lang hat Erk Paulsen, Diakon beim Diakonischen Werk Husum, dieses Ziel nun schon erreicht. Der Sozialpädagoge leitet das Winternotprogramm, das Wohnungslosen in der Storm-Stadt die Möglichkeit bietet, die Wintermonate in einer möblierten Wohnung in Gemeinschaft mit anderen Obdachlosen zu verbringen. "Miete müssen sie nicht zahlen, das übernehmen wir, unterstützt vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein", so Paulsen. Der große Vorteil dieses Angebots: Die Bewohner können über einen längeren Zeitraum den ganzen kalten Tag dort verbringen. Denn das Diakonische Werk öffnet seine Pforten sonst nur zu den Mahlzeiten. Aber auch dort gibt es die Möglichkeit, einen Unterschlupf für die Nacht zu bekommen. Sieben Betten stehen hier zur Verfügung - pro Person begrenzt auf sieben Tage im Monat. Ein hilfreiches Angebot, aber trotzdem kein Vergleich zu der Wohnungslosen-Gemeinschaft, in der gleich komplett überwintert werden kann.
Seit Beginn des Programms war diese Wohnung jeden Winter bewohnt - mal mehr und mal weniger: "Im vergangenen Jahr hat nur ein einziger Mensch dort gelebt und das, obwohl der Winter so hart war", wundert sich der Diakon. In diesem Jahr ist das Interesse an dem Unterschlupf seiner Einschätzung nach aber wie sonst im Durchschnitt auch, genau wie der Andrang bei den Mahlzeiten in der diakonischen Einrichtung. "Unabhängig von den Jahreszeiten kommen immer ungefähr gleich viele - wir bemerken keinen großen Ansturm in den kalten Monaten."
Erst gestern ist in die Wohnung des Winternotprogramms ein dritter Mitbewohner eingezogen. Seit Anfang Dezember gab es bereits mehrere Bettenwechsel: "Zwei sind schon wieder weg, weil sie in eine eigene Wohnung ziehen konnten", berichtet Paulsen lächelnd. Aber so gut das Winternotprogramm auch gemeint ist, für manche scheint es dennoch nicht das Richtige zu sein: Paulsen erinnert sich an einen Wohnungslosen, der nicht einmal einen Tag in den warmen vier Wänden geblieben ist: "Für manche ist die Enge einer Wohnung einfach nichts, denen fehlt die Weite der Straße."
Jenen, denen es nicht so geht, steht die Wohnung in der Richard-von-Hagn-Straße noch bis Ende März zur Verfügung.
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