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Testfeld am Rande der Messe-Stadt

28. Januar 2012 | 04:30 Uhr | Von fu

Südlich von Husum, im Bereich der Gemeinden Südermarsch und Simonsberg, soll ein von der öffentlichen Hand kontrolliertes Windtestfeld entstehen. Foto: fu

"Husum Wind-Energy" soll durch 500 Hektar große Erprobungsfläche im Konkurrenzkampf mit Hamburg gestärkt werden

Nordfriesland. Hersteller suchen händeringend Test-Standorte für ihre Prototypen und der Kreis Nordfriesland nach Wegen, noch stärker als bisher von der Windkraft-Nutzung zu profitieren. Zwei Testfelder sollen helfen, diese Interessen zusammenzubringen. Eines davon ist seit Längerem zwischen den Gemeinden Karlum und Ladelund geplant und bereits zur laufenden Teilfortschreibung des Regionalplans V für die Kreise Schleswig-Flensburg und Nordfriesland sowie die Stadt Flensburg angemeldet. Jetzt soll ein weiteres Areal für Testanlagen südlich von Husum nachgeschoben werden. Dafür vorgesehen ist ein rund 500 Hektar großes Gebiet im Bereich der Gemeinden Südermarsch und Simonsberg.

Betrieben werden sollen beide Flächen von einer privatwirtschaftlich organisierten, aber öffentlich beherrschten Gesellschaft "Windtestfeld Nord". Ein zentraler Baustein des Vorhabens ist die Überlegung, auf diese Weise auch die von der Hamburger Konkurrenz bedrängte "Husum Wind-Energy" als weltgrößte Leitmesse der Branche weiter zu stärken. Denn welcher andere Messe-Standort kann schon mit einem Testfeld unmittelbar vor der eigenen Haustür aufwarten?

Großstädtische Bereiche jedenfalls nicht, bekräftigte Burkhard Jansen, Fachbereichsleiter für Kreisentwicklung, Bau und Umwelt beim Kreis Nordfriesland. Im Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr und Tourismus sprach er denn auch von einem "Alleinstellungsmerkmal" für Husum. Politisch findet der Vorstoß breite Zustimmung, zumal er die bereits beschlossene Regionalplan-Stellungnahme des Kreises ergänzt, das "Fass" aber nicht neu aufmacht. Die Abgeordneten des Kreistages treffen ihre Entscheidung in ihrer Sitzung am Freitag, 10. Februar. Der Landesplanung soll dann empfohlen werden, alle berührten Belange neu abzuwägen und das zweckbestimmte Eignungsgebiet für Testanlagen auszuweisen.

Landrat Dieter Harrsen spricht im Zusammenhang mit dem Vorhaben von einer der "wichtigsten Entscheidungen zur Förderung der Windenergie" und praktischer Wirtschaftsförderung. Das angepeilte Konstrukt in Form eines öffentlich beherrschten Testfeldes sei für Schleswig-Holstein völlig neu und damit landesweit von Bedeutung. Der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland, Dr. Matthias Hüppauff, bestätigt, dass ein Versuchsfeld dieser Art durchaus ein überregionales "Aushängeschild" werden kann. Anfragen von Firmen und auch Hochschulen gibt es demnach genug.

Während die Lage in direkter Nähe zur Bundesstraße 5 und zum Husumer Hafen Vorteile bietet, soll das geplante Betriebskonzept den kommunalen Einfluss bei der Vergabe von Pachtflächen für eine Dauer von jeweils etwa fünf Jahren sicherstellen. Dies soll nach Vorstellung der Kreisverwaltung grundsätzlich einvernehmlich geschehen mit dem Kreis Nordfriesland und dem Land Schleswig-Holstein.

Konkret könnte dadurch verhindert werden, dass Standorte im Erprobungsfeld ausschließlich nach Höchstgebot an Anlagen- und Komponenten-Hersteller vergeben werden. So erhalten auch mittelständische Firmen ihre Chance. Eingebunden werden sollen auch Forschung und Lehre: Dies wird über das Kompetenzzentrum Windenergie (CEwind) geschehen, das von 2005 bis 2008 zunächst als Verbundprojekt der Hochschulen und Forschungseinrichtungen des Landes Schleswig-Holstein startete und seit 2008 über die beteiligten Hochschulen den Masterstudiengang "Wind Engineering" anbietet.


 


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