HUSUMER NACHRICHTEN
Nachtaktive Betriebe in Rosendahl?
Der Planer, Frank Reichardt (r.), und Bürgermeister Bernd Heiber stellen die Planungen für das Gewerbegebiet und den Solarpark an der Karte vor. Foto: hem
Mildstedt. "Was ist ein nachtaktiver Betrieb?" Um diese Frage ging es unter anderem in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter im "Kirchspielskrug". 14 der 17 Kommunalpolitiker nahmen teil und nicht so viele Zuhörer wie in den vorangegangenen Sitzungen. "Die Rosendahler brauchen keine Angst zu haben, dass im geplanten Gewerbegebiet nachts die Kreissägen angeworfen werden", beruhigte Bürgermeister Bernd Heiber (SPD) im Hinblick auf die eingangs gestellte Frage. Dennoch müsse geklärt werden, ob in dem Gebiet (gegenüber Straßenzug "Distel acker") nachts Fahrzeuge die Firmen anfahren dürfen. Die Gemeinde wird ein einfaches Schallgutachten in Auftrag geben, wie der von der Gemeinde beauftragte Planer Frank Reichardt auf Anfrage erklärte. Damit soll überprüft werden, ob nachtaktive Betriebe möglich wären und ob die vorhandene Wohnbebauung in der Nachbarschaft in der Zeit von 22 bis 6 Uhr ausreichend vor Lärm geschützt ist. Während der Beratungen über eingegangene Anregungen zur Änderung des Flächennutzungsplans und zum Bebauungsplan Nr. 20 für dieses Gebiet musste Hans-Dieter Emmel (CDU) den Saal wegen Befangenheit verlassen. Einstimmig sprach sich das Gremium für beide Pläne aus. Diese werden mit verkürzter Auslegungsfrist von zwei Wochen bekannt gemacht. Ferner muss das Innenministerium noch seine Genehmigung erteilen.
Um Umbesetzungen in den Ausschüssen ging es im weiteren Verlauf: Telse Jacobsen hatte ihr Mandat als stellvertretende Bürgermeisterin in der vorigen Sitzung niedergelegt. Dafür war Peter Lorenzen (CDU) nachgerückt. Da Telse Jacobsen den Vorsitz im Finanzausschuss ebenfalls niedergelegt hatte, wurde Jürgen Levens (CDU) nachgewählt. Aus dem Bauausschuss scheidet Ole Sönksen (CDU) als bürgerliches Mitglied aus, ihn ersetzt der 39-jährige Husumer Unternehmer Dirk Krause (CDU). Aus beruflichen Gründen gibt Torsten Johannsen (SPD) den Vorsitz im Umweltausschuss ab, Sonja Jürgensen (SPD) übernimmt. Seinen stellvertretenden Vorsitz im Kommunalausschuss gab Johannsen ebenfalls ab. Für ihn rückt Gabriela Schütt (SPD) - auch als stellvertretende Vorsitzende - nach.
Für das "Bauen in zweiter Reihe" (volkstümlich "Hinterhofbebauung" genannt) im Straßenzug "Zu den Tannen" soll der Bauherr auf Vorschlag zehn Laubbäume in der Gemeinde pflanzen. Im Straßenzug "Am Bahnhof" dürfen weitere Seniorenwohnungen durch die "Wobau" gebaut werden. Der Gemeinderat stimmte den Erweiterungsplänen der Firma "WTC Walter Carstens" im Bereich Mauweg/Am Dornbusch zu. Zuvor mussten Telse Jacobsen (CDU) und Günter Jacobsen (FDP) den Saal wegen Befangenheit (sie sind Grundstücksanlieger) verlassen. Für die Firmenerweiterungsbauten sind 310 Quadratmeter Fläche erforderlich. Die dafür notwendigen Ökopunkte sollen vom "Ökokonto" der Gemeinde abgebucht werden. Heiber: "Die Rechnung an die Firma folgt und ist nicht so dramatisch."
Entlang der Bahnlinie nach Jübek soll zwischen Hübbrüchweg und Schwesing-Bahnhof auf 14 Hektar eine Photovoltaikanlage entstehen. Die Ausgleichsfläche dafür beträgt drei Hektar. Zu den Plänen sagte Günter Jacobsen: "Tolle Sache, wenn hier die Bürger, wie vorgesehen, im Rahmen eines Bürger solarparks beteiligt werden." Dazu wird der Gemeinde-Chef noch in diesem Monat zu einer Infoveranstaltung einladen. Anteile in Höhe von 1000 Euro können erworben werden. "Dadurch sollen möglichst viele Gelegenheit haben, mitzumachen", so der Bürgermeister. Die Anlagen sollen nicht höher als 2,50 Meter werden und über Grandwege erreichbar sein. Es besteht auch die Absicht der Gemeinde, sich zu beteiligen. "Mit welchem Betrag wir da einsteigen, können wir aber erst nach Haushaltslage entscheiden", machte der Gemeinde-Chef deutlich. Mit der Planung wird die "Planungsgesellschaft Hermann Albers" aus Simonsberg beauftragt. Das beschloss die Gemeindevertretung bei einer Gegenstimme.
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