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Holz-Hasen sollen Waisen helfen
Niebüll. In der Werkstatt des Niebüllers Friedrich Becht herrscht Hochbetrieb. Der 13-jährige Robby hat sich einen Stift genommen und zeichnet nach einer Schablone Hasen-Silhouetten auf einem Stück Holz vor. Anschließend gibt er mit einem Stecheisen und einem Holzhammer den Stücken eine Struktur, versieht sie mit Feinheiten wie Ohren, Augen und Barthaare. Danach sägt er das Tierchen aus, schleift mit einer Maschine die Ränder ab und konserviert das Holz mit Speiseöl.
An vier Tagen hat sich Robby nach der Schule mit Friedrich Becht getroffen - mit ihm zusammen immer etwa vier Stunden lang gearbeitet. "Wir haben schon ganz schön viel geschafft", zeigt Robby stolz auf die fertige Sammlung. 100 Stück sollen es werden. "17 müssen wir noch machen." Verkauft werden die Hasen in unterschiedlichen Größen - sie sind aus dem Holz der Roterle, Ulme, Nussbaum und einer rund 5000 Jahre alten Mooreiche gefertigt - morgen von 10 bis 16 Uhr am verkaufsoffenen Sonntag in Niebüll. Der Erlös, das hat sich Robby gewünscht, geht komplett an die Haiti-Kinderhilfe "Haiti Care e. V." (ww.haiticare.de) nach Berlin. Er möchte das Geld gezielt für die Behandlung der kranken Kinder und zum Wiederaufbau eines Heimes mit einer Schule verwenden. Eine weitere Aktion ist für Ostersonnabend in Westerland auf der Friedrichstrasse geplant. Das Bastel-Material hat Friedrich Becht gestiftet.
Der 13-jährige Schüler, ganz genau heißt er Delburn Castor Froemel, lebt seit seinem sechsten Lebensjahr bei Ellen und Gregor Froemel in Humptrup. Sie haben ihn aus einem Heim in Haiti adoptiert. Da wog er gerade einmal neun Kilogramm. "Es war keine gute Zeit", sagt Robby, wenn er von Haiti erzählt. "Wir hatten nicht genug zu essen und zu trinken." Jetzt geht es ihm gut. Seit Oktober besucht er die Drei-Harden-Schule. "Ich habe Freunde dort", freut sich Robby. Holzarbeiten liegen dem 13-Jährigen, besonders das Arbeiten mit der Laubsäge. Diese Möglichkeit hatte er bisher auch in seiner Schule. Und welche Hobbys hat Robby noch? "Gitarre spielen, Snowboard fahren und Filzen." Aber nicht mit der Maschine. "Ich filze gerne per Hand - mit Olivenöl und heißem Wasser."
Friedrich Becht ist begeistert von seinem Helfer. Getroffen haben sich die beiden eher zufällig, als der Niebüller seinen Vierbeiner Francy in der Humptruper Hundepension von Gregor Froemel unterbringen wollte. "Robby hat sich so fürsorglich um die Tiere gekümmert", schwärmt Becht. Irgendwie kamen sie auch auf ihre gemeinsame Leidenschaft Holz. "Da hatte meine Lebensgefährtin Christina die Idee für die Hasen." Eine Aktion, an der viele Menschen Freude haben sollen. Friedrich Becht: "Es war für mich eine Bereicherung, mit einem so lieben Menschen zusammenarbeiten zu dürfen."
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