HUSUMER NACHRICHTEN

 

Jahreswechsel in Husum

Freiwilliges und unfreiwilliges Feuerwerk

02. Januar 2010 | Von Herbert Müllerchen

Feuerwerk über dem Husumer Hafen. Foto: Herbert Müllerchen

Der Silvesterabend verlief relativ ruhig. Am Neujahrsmorgen beseitigten Mitglieder der muslimischen Jugendorganisation "Ahmadiyya Muslim Jamaat" den Müll in den Straßen der Storm-Stadt.

Husum. Von ihrer schönsten Seite zeigte sich die Storm-Stadt, als die Bürgerinnen und Bürger um Mitternacht mit Raketen und Feuerwerk das neue Jahr begrüßten. Anders als in den Vorjahren ging das feurige Spektakel diesmal nicht im Nebel unter. Stattdessen traten irdische und überirdische Himmelskörper in einen spektakulären Wettstreit ein. Einige Stunden zuvor - gegen 17.30 Uhr - hatte ein Feuer in der Adolf-Brütt-Straße für Aufregung gesorgt. Es war im Treppenhaus eines Gebäudes mit acht Wohneinheiten ausgebrochen und stellte die Feuerwehr vor einige, wenngleich lösbare Probleme. Neun Menschen wurden über das stark verqualmte Treppenhaus, vier weitere über den Balkon evakuiert. Drei Kinder und drei Erwachsene mussten mit Rauchvergiftungen im Krankenhaus behandelt werden.

Bereits am Nachmittag oder am frühen Silvesterabend hatten sich Gruppen zum Teil exotisch gekleideter, teils maskierter Menschen aufgemacht, um von Haus zu Haus zu ziehen. "Rummelpott" war angesagt, und wer sich dafür noch zu klein fühlte, der machte sich einfach mit elterlichem Begleitschutz auf den Weg. Das, was die Rummelpott-Läufer gemeinhin besingen, dürften sie allerdings nur an wenigen Türen bekommen haben: Futjes. Aber dafür gab es reichlich andere feste und manchmal auch flüssige Leckereien.

Als in den frühen Morgenstunden nach dem großen Feuerwerk die letzten Raketen und Böller vom Himmel oder aufs Straßenpflaster fielen, waren andere bereits damit beschäftigt, die Stadt wieder für den Alltag fit zu machen. "Seit sechs Uhr sind drei Mitarbeiter und die Kehrmaschine im Einsatz", berichtete Thomas Leißner vom Kommunalen Servicebetrieb Husum. Tatkräftige Unterstützung unterhielt der KSH auch in diesem Jahr wieder von Mitgliedern der muslimischen Jugendorganisation "Ahmadiyya Muslim Jamaat". Der geht es nach eigenem Bekunden nicht nur darum, die Stadt vom Dreck der Neujahrsnacht, sondern auch den Islam von seinem schlechten Ruf zu befreien. Leicht wurde ihnen beides nicht gemacht. Immer wieder wankten betrunkene Passanten vor ihre Füße, und manch einer erblödete sich sogar, Böller nach ihnen zu werfen. Es gibt Schöneres zum Jahresauftakt.


 


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