HUSUMER NACHRICHTEN

 

Erinnerungen an tapfere Frauen und Männer

03. September 2010 | Von hjm

Die Ausstellung ist bis Ende des Monats im Kreishaus zu sehen. Foto: hjm

Husum. Bis zum 29. September ist im Kreishaus in Husum die Ausstellung zum Antikriegstag zu sehen. "Konzipiert von der Hans-Böckler-Stiftung und unter dem Titel ,…gerade dich, Arbeiter, wollen wir - Nationalsozialismus und freie Gewerkschaften im Mai 1933', haben Interessenten die Möglichkeit, sich mit dieser Geschichte zu befassen", so Landrat Dieter Harrsen bei der Eröffnung.

Die Ausstellung zeige, wie es den Nationalsozialisten gelungen sei, die Weimarer Republik und diejenigen, die sie hätten verteidigen können, auszuhebeln. Dies geschah in allen gesellschaftlichen Bereichen wie Schulen, Militär, Behörden und Presse. Die Schau zeigt diesen Vorgang am Beispiel der Gewerkschaften und versucht zu erklären, warum es der damaligen Arbeiterbewegung nicht gelungen ist, erfolgreich Widerstand zu leisten. "Auch wenn die Demokratie sicherlich nicht in unmittelbarer Gefahr ist, denkt man unwillkürlich über Parallelen nach", stellte Harrsen fest. Außerdem erinnere die Ausstellung an tapfere Männer und Frauen aus der Gewerkschaftsbewegung und anderen Organisationen, die von den Nazis ermordet wurden.

Steigbügelhalter der Nazis waren Parteien, Politiker und nicht zuletzt Wirtschaftsführer, die damit bleibende Schuld auf sich geladen haben", stellte Helmut Hartmann vom DGB Region Nord-West unmissverständlich klar. Es gehöre auch zur Tragik der Geschichte, dass auch Gewerkschaftsfunktionäre glaubten, sie könnten mit den Nazis zum Wohl der Arbeiterschaft zusammen arbeiten. "Zur Besinnung über die Konsequenzen dieser schmerzlichen Erfahrung gehört der Auftrag, für Demokratie, individuelle Menschenrechte, Freiheit sowie für freie Gewerkschaften einzutreten."

Historisch gesehen sei die Erstürmung der Gewerkschaftshäuser eine erste Etappe auf einem Weg gewesen, der mit 60 Millionen Kriegstoten, über sechs Millionen ermordeter Juden und zahllosen weiteren Opfern in den Konzentrationslagern endet. Dies dürfe sich nie mehr wiederholen.


 


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