HUSUMER NACHRICHTEN
Tourismus-Projekt nimmt Formen an
Über die Besonderheiten des Nationalparks Wattenmeer informiert ab 2013 eine eigene Ausstellung im Nordseebad. Foto: Martin Stock
St. peter-ording. Mit den Plänen und Kosten für das künftige Nationalpark-Infozentrum im heutigen Dünen-Saal befasste sich der Umweltausschuss der Gemeinde in seiner jüngsten Sitzung. Es ist der erste Schritt zur großen Umgestaltung der Dünen-Therme. Damit soll im Juni oder Juli begonnen werden, erklärte Bürgermeister Rainer Balsmeier in der Sitzung. Die Schutzstation Wattenmeer wird Betreiber des Infozentrums sein. Von 1997 bis 2010 war sie bereits mit einer Ausstellung am Marktplatz vertreten. Geschäftsführer Harald Förster stellte die vorläufigen Pläne vor.
Vorgesehen sind im Eingangsbereich Landschaftsmodelle. In der Mitte des Raums wird ein so genanntes Dreigestirn stehen, das über das Wattenmeer informiert. Ein Wasserbassin ist ebenfalls vorgesehen. Ferner wird es einen Aquarien- und einen Multifunktionsraum geben. Dort können Filme gezeigt werden. Auch die Gemeinde könnte den Raum für Veranstaltungen nutzen, so Förster. Nach seinen Aussagen werden sich die Kosten auf 405 000 Euro brutto belaufen, die aus der Nationalpark-Abgabe der Gemeinde für das Strandparken und aus Mitteln der Umwelt-Lotterie Bingo-Lotto finanziert werden. Die Gemeinde führt jedes Jahr für das Strandparken Geld an die Nationalpark Service GmbH ab. Es soll in Naturinformations-Projekte und in die Besucherlenkung in der Gemeinde fließen.
Dann ging Förster auf die laufenden Kosten ein, die je nach Besucherzahl unterschiedlich ausfallen würden. Bei nur 20 000 Besuchern im Jahr geht er von 100 000 Euro aus, bei 30 000 von 115 000 Euro und bei 40 000 von 140 000 Euro. Bei 30 000 und 40 000 Besucher würden zur Finanzierung der laufenden Kosten die 40 000 Euro, die aus der Nationalpark-Abgabe an die Schutzstation fließen, und die Eintrittsgelder (2,50 Euro) reichen. Bei 20 000 Besucher würde ein Defizit von 10 000 Euro entstehen, dass laut Vertrag Gemeinde und Schutzstation zu gleichen Teilen tragen müssen. Er schlug vor, dass die Gemeinde auf einen Teil der Miete von 25 000 Euro, die die Schutzstation an die Gemeinde zahlt. verzichtet. Das rief die Kritiker auf den Plan. "Diese 5000 Euro sollten aus der Nationalpark-Abgabe kommen", sagte Georg Werner Jensen (AWG). Die Gemeinde komme ja schon bei der Miete entgegen. "Aus dem Raum ist ja mehr an Miete herauszuholen." Generell sprach er sich aber für das Projekt aus: "Ich freue mich, dass wir das überhaupt machen. Es steht uns als Tourismus-Gemeinde gut an." Auch für die Schutzstation sei es eine Bereicherung an diesem Ort ein Infozentrum zu haben, sagte Förster. Jürgen Rother (CDU) pflichtete Jensen bei. Auch er forderte, dass die 5000 Euro aus der Abgabe kommen sollen. "Das dürfte doch kein Problem sein, die soll doch in die Naturschutz-Infoarbeit in St. Peter-Ording fließen." Bürgermeister Rainer Balsmeier wies daraufhin, dass die drei Beteiligten - Gemeinde, Schutzstation und Nationalpark - bei der Berechnung der Finanzierung "auf der sehr sicheren Seite an das Thema herangegangen sind. Ich denke, 30 000 Besucher sind erreichbar." Es sei aber ein Ansporn, sich mehrfach im Jahr zusammenzusetzen, um zu sehen, wie die Sache läuft.
Die Miete soll am 1. April 2013 beginnen. Der Vertrag läuft bis zum 31. Dezember 2028. Balsmeier bat die Ausschuss-Mitglieder, den Eckdaten zuzustimmen. "Damit die Verwaltung das Finetuning vornehmen kann." Dem folgte das Gremium einstimmig.
Anschließend ging es um die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf die energiesparende LED-Technik. Der Ausschuss hatte über die Vergabe von Aufträgen zur Lieferung und Montage zu befinden. Ausschuss-Vorsitzender Reinhard Lucassen (AWG) fasste das Projekt noch einmal zusammen. Demnach werden 650 der 1200 Leuchten umgestellt. "Die Einsparung beläuft sich auf weit über 30 000 Euro. Das, was wir an Energie einsparen, zahlt uns den Kredit." Die Investion beläuft sich auf 517 110 Euro, der Bund fördert die Maßnahme mit einem Zuschuss von 40 Prozent. Das Gremium stimmte den Auftragsvergaben einstimmig zu.
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