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Seelsorger für drei Gemeinden
Galmsbüll. Zahlreiche Besucher aus den Kirchengemeinden Emmelsbüll, Horsbüll und Neugalmsbüll säumten die Bänke der St. Gallus-Kirche. Sie wollten miterleben, wie der Propst des Kirchenkreises Nordfriesland, Dr. Kay-Ulrich Bronk, ihren gemeinsamen Pastor Claus-Walter Christen in dessen Amt einführte. Bereits am 22. Juli war dieser einstimmig gewählt worden. Christen hatte bereits zwei Jahre die Pfarrstelle verwaltet und wurde nun dessen Inhaber. "Und das", so der Kommentar des Propstes, "ist ein feiner, aber doch sehr bedeutsamer Unterschied. Denn aus einer gemeindlich-pastörlichen Liaison wird eine verbindliche Beziehung."
Orgel- und Flöten-Musik zum Einzug
Zur feierlichen Orgelmusik, gespielt von Christel Johannsen, waren alle Beteiligten der bevorstehenden Zeremonie ins Kirchenschiff eingezogen. Als sie Platz genommen hatten, wurden sie vom Jugendblockflötenkreis Neugalmsbüll mit einem Satz aus Georg Friedrich Händels "Feuerwehrksmusik" begrüßt. Die Leiterin des Ensembles, Birgit Deussing, dirigierte im weiteren Verlauf auch den Gospelchor "Joyful voices". Als persönliche Freunde von Claus-Walter Christen, die dessen Vorliebe für irische und schottische Folkmusik kennen, steuerten Klaus Harder (Gitarre), Stefan Markus (Dudelsack) und Beate Hansen (Irische Flöte) einige besinnliche Kompositionen bei.
Ein Lebenslauf
Die Vita einschließlich des beruflichen Werdegangs des Pastors Christen, der sich als "Selbstvorstellungsformel" ein Paulus-Wort des Apostels Paulus ausgewählt hatte ("Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben"), zeichnete Propst Dr. Bronk nach. Sein Theologiestudium absolvierte er in Hamburg, sein Vikariat in Süderlügum. Die ersten Kirchengemeinden, in denen er als Pastor tätig wurde waren Nusse-Behlendorf (Kreis Lauenburg) und Schlutup (in der Nähe von Lübeck). "Dort wurde Claus-Walter Christen zu einem erfahrenen, mit vielen Wassern gewaschenen Pastor, der Originalität ausstrahlt", so der Propst. Ab 2004 leistete er Vertretungsdienste in Lübeck, verbunden mit einer Aufgabe als Seemannspastor und einer Beauftragung für Gehörlosenseelsorge. Ein Jahr des Pastorendienstes in Wyk auf Föhr endete 2008 mit dem Wechsel zu den Kirchengemeinden Emmelsbüll, Horsbüll und Neugalmsbüll. Sein Ziel: "Ich möchte wieder kontinuierliche Beziehungen haben und Menschen Heimat geben."
"Jedermann kommt mal an einen Nullpunkt."
In seiner Predigt bekannte Christen, nach seiner Überzeugung könne man das eingangs zitierte Paulus-Zitat auch dahingehend abändern: "Ich schäme mich nicht zuzugeben, dass ich das Evangelium brauche. Denn jedermann kommt mal an einen Nullpunkt."
Empfang
Nach dem offiziellen Vollzug der Einführung, dem das Pastoren-Ehepaar Holger Asmussen und Anja Iser-Asmussen als Zeugen beiwohnte, zog die Festgemeinde ins benachbarte Landjugendheim zu einem geselligen Beisammensein um, an dessen Beginn Rolf Wiegand auch den Sohn und die Lebensgefährtin des Pastors Christen, Clemens Christen und Doris Kempfert, willkommen hieß. Rolf Wiegand dankte dem Theologen für die Bereitschaft, 1200 auf einer Fläche von 9000 Hektar verstreute Gemeindeglieder seelsorgerlich zu betreuen und mit drei eigenständigen Kirchenvorständen zusammenzuarbeiten. Im Namen des Kirchenvorstands Neugalmsbüll überreichte dessen Vorsitzender seinem "neuen" Pastor zu treuen Händen ein wahres Kleinod: eine uralte, ursprünglich auf der versunkenen Hallig Galmsbüll verwendete, heute leider nicht mehr ganz vollständig erhaltene Bibel.
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