HUSUMER NACHRICHTEN
Niederdeutsche Bühne legt begeisternde Premiere hin
Husum. Mit dem Schwank "Een Deern vun de Straat" von Christof Wehking feierte die Niederdeutsche Bühne im 75. Jahr ihres Bestehens im Husumhus einen großartigen Premierenerfolg. Die Inszenierung von Regisseur Manfred Knizia wurde vom Publikum immer wieder mit Szenenapplaus bedacht.
Die Zuschauer erwartete eine Szenerie wie aus dem richtigen Leben. Und ein viel diskutierter Begriff zog sich dabei wie ein roter Faden durch die Inszenierung: Gier. Man wollte erben und das sofort. Die Frage lautete: Wie den reichen Bauern möglichst schnell ins Jenseits befördern? Doch am Ende kam alles ganz anders, wobei das Publikum dem Geschehen auf der Bühne immer wenigstens einen Schritt voraus war. Sicher auch ein Grund, warum die Zuschauer so gut mitgingen.
Die Schauspieler arbeiteten sich mit großer Spielfreude durch das Bühnengeschehen - allen voran Roswitha Hansen (Erna Kropp), die besonders viel Text zu bewältigen hatte, aber auch als Mimin extrem gefordert war. Ihr Partner Klaus Braack - er spielte Paul Paulsen - wurde vom Publikum nach seiner Genesung freudig begrüßt und musste ebenfalls alles geben, um sich im Lauf der Inszenierung vom Miesepeter zum Lebenslustler zu wandeln. Mit großem Charme spielte sich Dirk Carstensen (Uwe Paulsen) als jugendlicher Liebhaber und überforderter Hof-Erbe in die Herzen des Publikums. Um sein Glück als Erbe vollständig zu machen, brauchte er eine Frau, und die holte er sich mit Stefanie Bleek alias Monika Lindner buchstäblich von der Straße. In der Rolle der jungen Liebhaberin fand sie sich bestens zurecht. Ihre listenreiche Mutter verkörperte Anne-Dore Jensen (Anna Lindner) - und zwar glänzend. Und dann war da noch Darsteller Klaus Deckmann alias "Sawatzki": eine kleine, aber feine Rolle. Mit seiner Darstellung des windigen Maklers bereitete er dem Publikum viel Freude. Frisch dabei ist Peter Hermann. Er stellte sich dem Husumer Publikum als Julius Kropp und Partner von Roswitha Hansen vor. Für die Vorstellungen am 19. und 21. Februar im Husumhus gibt es noch Karten an der Abendkasse.
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