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Großübung in Niebüll

Konzentrierte Hilfe im Sturm-Chaos

07. September 2010 | 04:40 Uhr | Von Ulrich Jeß

Die jungen Helfer waren unter anderem an zwei zusammengestoßenen Autos gefordert, auf die ein Baum gestürzt war. Foto: Ulrich Jeß

Niebüll. Dass am vergangenen Sonnabend gegen 15 Uhr knapp dreißig Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehren aus dem Amt Südtondern, des Technischen Hilfswerks Niebüll und mehrerer Hilfsorganisationen wie DRK und DLRG mit Blaulicht und Martinshorn von der Niebüller Feuerwache aus ins Gewerbegebiet Ost einfielen und dort zu diversen Einsatzorten ausschwärmten, hatte seinen Grund.

Schwierige Rettung

Den Rettungskräften war gemeldet worden, ein schweres Gewitter mit Orkanböen sei über das Gebiet hinweg gezogen und habe dort verheerende Schäden angerichtet. Feuer seien ausgebrochen, Fahrzeuge kollidiert und durch Blitzschlag in Brand geraden. Auf dem Gelände eines Entsorgungsparks habe eine starke Windhose ein Auto erfasst und verschüttet. Heftige Rauchentwicklung deutete darauf hin, dass die Rettungsmaßnahmen schwierig würden. Auch sei mit vielen Verletzten zu rechnen. Auf dem jenseitigen Ufer eines nahe einer Zimmerei gelegenen Wasserlaufs seien zwei Jugendliche verunglückt und müssten wegen vermuteter Knochenbrüche zügig geborgen werden. Die Behausung eines Zeltlagers sei durch eine Boe demoliert worden. Auch habe sich ein Flächenbrand entwickelt.

170 Einsatzkräfte machten mit

Zur Erleichterung aller handelte es sich bei diesem Szenario nur um die ungemein realistisch simulierte Ausgangslage für eine Großübung der Jugendfeuerwehren des Amtes und der Hilfsorganisationen. Ausrichter war die vom Jugendfeuerwehrwart Stefan Findeisen geleitete Niebüller Gruppe, die sich mit zwei Gruppen beteiligte. Findeisen hieß alle Teams in der Halle der Feuerwehr gerätehauses willkommen, dazu einige Ehrengäste, darunter Rolf-Dieter Oster vom Feuerschutzausschuss als Vertreter der Stadt Niebüll, Kreisjugendfeuerwehrwart Björn Hufsky, der stellvertretende Amtswehrführer Herbert Krüger und der Niebüller Wehrführer Uwe Mussack. Die rund 170 Teilnehmer der Übung setzten sich neben den beiden Niebüller Gruppen den Jugendfeuerwehren Humptrup, Kummerfeld (Gastwehr aus dem Kreis Pinneberg), Osterschnatebüll-Klintum, Stadum, Süderlügum und Wiedingharde, sowie der THW- und DRK-Jugend Niebüll, den DLRG-Jugendgruppen Niebüll und Schafflund Waldeck zusammen. Letztere hatten sich beim Schminken der "Verletzten" bewährt, später auch bei deren Betreuung auf den Sammelplätzen unweit der Brand- und Unfallstellen.

Jede Hast vermieden

"Denkt dran", mahnte Stefan Findeisen vor Einsatzbeginn, "oberstes Gebot ist die Sicherheit aller Beteiligten." Später zeigten sich die Jugendlichen konzentriert und fachkundig, vermieden trotz aller Eile jede Überhastung. Sie löschten Brände, zogen behutsam Verletzte aus zusammengestoßenen Autos, auf die ein Baumstamm gestürzt war, und kümmerten sich um Jugendliche aus dem zerstörten Zeltlager, die ihnen entgegengekommen, zum Teil aber als Folge eines Schocks vor ihren Augen zusammengebrochen waren. Die THW-Jugend, assistiert von mehreren Jugendfeuerwehren, baute aus Plastiktonnen und einer per Hand zusammengesetzten Metall-Plattform eine Brücke über ein Gewässer, um einen vor Schmerzen schreienden und kaum zu beruhigenden Jungen sowie dessen schwer verletzten, nicht mehr ansprechbaren Freund per Krankentrage in Sicherheit zu bringen.

Mängel nicht verschwiegen

Nach der Übung erfolgte eine kurze Manöverkritik, die überwiegend positiv ausfiel, geringfügige Mängel aber auch nicht verschwieg. Mit einem gemeinsamen Grillen, gesponsert von der Fleischer-Innung Südtondern und den Gewerbetreibenden des Niebüller Gewerbegebietes Ost - klang der ereignisreiche Nachmittag gesellig aus.


 


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