HUSUMER NACHRICHTEN
"Das Wissen soll nicht in Rente gehen"
Nordfriesland. Das Senior-Kompetenzteam in Nordfriesland möchte beraten, unterstützen und helfen, um so der demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen. Aus diesem Grunde hatte das Mehrgenerationenhaus in Husum zu einem Informationsabend eingeladen, um das Projekt "Senior-Trainer Landesnetzwerk Schleswig-Holstein" einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.
Winfried Schutz ist der Leiter des Kompetenzteams Nordfriesland dieses landesweit geförderten Projektes. Er berichtete, dass im Kreisgebiet bereits 15 Personen ausgebildet worden sind, die sich in den verschiedensten Bereichen engagieren. Das Wissensspektrum der aus dem Beruf ausgeschiedenen älteren Menschen ist unendlich groß. Jeder Einzelne kann seine Erfahrungswerte aus dem Berufsleben, der Familie und auch dem Alltagsleben weitergeben. Winfried Schutz nennt es "eine Schatzkiste heben, denn das Wissen soll nicht in Rente gehen".
Die ehrenamtliche Arbeit als Senior-Trainer kommt keinem Vereinsleben gleich. Auch werden keine Mitgliedsbeiträge erhoben. Ganz wichtig ist, dass die vereinbarte Zeit sowie der Einsatz von
jedem Senior-Trainer selbst bestimmt vonstatten geht. Er soll dabei nicht in Konkurrenz zu professionellen Anbietern treten. Ein monatliches Treffen in lockerer Runde dient zu einem Gedanken- und Informationsaustausch.
Entschließt sich ein Rentner oder Pensionär zu einer Aktivität, durchläuft er zuerst eine Hospitationsphase, in der er üblicherweise klar erkennen wird, inwiefern er sich einbringen möchte. Vielleicht stellt er fest, dass er etwas ganz Neues zur Palette der Unterstützungsangebote beitragen kann unter dem Gesichtspunkt "ich will hier helfen". Diese konkrete Hilfestellung könnte beispielsweise ein oder zwei Jahre geleistet werden. Scheint sie dann nicht mehr notwendig zu sein, wäre das persönliche Potenzial frei, um anderweitig genutzt zu werden. Die Zielgruppe ist nicht altersgebunden. Es kann die Hausaufgabenhilfe für Kinder organisiert werden, ebenso den Kindern oder älteren Menschen vorzulesen. Es können Spiele mit Eltern und ihren Kindern, Gedächtnistraining für Ältere, kochen für alle organisiert werden. Neue Projektideen sind bei den regen Ehrenamtlern jederzeit willkommen.
Von den Interessierten im Mehrgenerationenhaus meldete sich Dieter Nebendahl, 73, von der Hallig Hooge zu Wort und erzählte, dass er bereits seit 1998 ehrenamtlich auf Hooge arbeitet. Dort habe er sich sehr verdient gemacht in der Verbreitung des Internets und in der Tourismusbranche. Er weiß schon genau, dass er sich im Energiebereich als Senior-Trainer einbringen möchte, denn "ein offizieller Berater ist sehr teuer", gibt er zu bedenken.
Ein weiterer Besucher des Informationsabends, Alexander Hirsch, 64, aus Rantrum, war 30 Jahre in der Behindertenarbeit tätig. Er möchte gern für soziale Belange ein Berater werden.
Jegliche Art von Handwerkerservice hat Günter Vogt, 64, Husum, anzubieten.
Ein bereits bestehendes Projekt leitet Adele Busch, 67, Husum. Sie sucht Handwerksbetriebe auf, die Kinder aus dem dritten und vierten Schuljahr zu sich einladen, um ihnen ihr Handwerk zu zeigen und damit das Interesse dafür zu wecken und somit gleichzeitig auf die
Wichtigkeit aufmerksam zu machen.
Während des Vortrages wurde auch darüber informiert, dass für einen angehenden Senior-Trainer nach der Hospitationsphase, die in der Anlaufstelle stattfindet, eine Schulung in zwei Blöcken in der Akademie am See auf dem Koppelsberg (am Plöner See) vorgesehen ist.
Das Mehrgenerationenhaus in Husum steht jedem älteren Menschen für eine Besprechung seiner Ideen als Anlaufstelle zur Verfügung. Hierbei sollte dem Interessierten immer bewusst sein, dass die ehrenamtliche Arbeit nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben Freude bereiten soll. Wem noch die zündende Idee für den persönlichen Einsatz fehlt, der erhält Anregungen zu Themen im Internet unter www.seniortrainer.de.
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