HUSUMER NACHRICHTEN

 

Storm-Tagung in Husum

Das Deichgespenst

09. September 2010 | 00:10 Uhr | Von hn

Theodor Storms sagenhafter "Schimmelreiter" (hier in einem Film von 1933) regt immer wieder die Fantasie an.

Husum. Der Storm-Preis der Stadt Husum geht in diesem Jahr an den Germanisten Christian Demandt und den Schriftsteller Jochen Missfeldt. Die Verleihung findet am morgigen Freitag ab 18 Uhr im Rathaus statt. Damit fällt im Ratssaal gleichsam der Startschuss für die Storm-Tagung.

Die Teilnehmer kommen dazu am Sonnabend, 11. September, in der Aula der Hermann-Tast-Schule zusammen. Im Rahmen einer um 11 Uhr beginnenden Matinee präsentiert der Sekretär der Storm-Gesellschaft, Dr. Gerd Eversberg, sein Buch "Der echte Schimmelreiter - so (er)fand Theodor Storm seinen Hauke Haien" (wir berichteten). Gleichzeitig bereitet er die Exkursion zu den Schauplätzen der Novelle am folgenden Tag vor. Um 14 Uhr geht die Mitgliederversammlung los. Und 90 Minuten später der Festvortrag: Unter der Überschrift "Du siehst ja Gespenster!" treten Dr. Gerd Eversberg und Dr. Jean Lefebvre in einen Dialog über Storms "Schimmelreiter".

Als Skeptiker und Kenner fordern die beiden Protagonisten die ganze Aufmerksamkeit der Zuhörer. Der Gedankenaustausch ist ebenso vielschichtig wie verstiegen. Er geht weit über die Behauptungen hinaus, dass Storm eine fremde Deichgespenster-Geschichte in eine "würdige Novelle" nordfriesischer Prägung verwandelt habe, dass die Urgroßmutter des Erzählers die eigentliche Erfinderin der Geschichte von Hauke Haien sei. Eine erste Fiktionalisierung, die aus Rücksicht auf die Kompetenz des jungen Zuhörers geschehe, wie es dazu heißt: "Aus der Weichselmündung wird die Nordseeküste und aus dem Eisgang die Sturmflut" - nur "der gespenstige Reiter" als raumungebundenes Gespenst und als Träger der Sagen generierenden Fantasie bliebe erhalten. Ist über Storms Meisterwerk wirklich schon alles gesagt? Das Publikum darf gespannt sein.

Allgemein verständlich dürfte laut weiterer Ankündigung der Storm-Gesellschaft auf jeden Fall die Lesung am Ende des Tages in der Aula des Gymnasiums am Bahndamm sein: Schauspieler Rainer Luxem blättert ab 19 Uhr in der Novelle "Der Schimmelreiter". Auf den Spuren des "Schimmelreiters" wird schließlich am Sonntag, 12. September, gewandelt. Dazu fahren die Teilnehmer um 13 Uhr vom ZOB aus in die Hattstedtermarsch. Der Eintritt zu den Veranstaltungen - außer Lesung und Exkursion - ist frei. Auch Nichtmitglieder sind gern gesehene Gäste.


 


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