HOLSTEINISCHER COURIER

 

Baustelle

Vandalismus am Klosterbad

08. Januar 2013 | 06:45 Uhr | Von Gabriele Vaquette


Das kann gefährlich werden: In einem Keller der Klosterbad-Ruine steht Wasser. Trümmerteile hängen lose herunter und könnten auf spielende Kinder stürzen. Foto: vaquette

Das kann gefährlich werden: In einem Keller der Klosterbad-Ruine steht Wasser. Trümmerteile hängen lose herunter und könnten auf spielende Kinder stürzen. Foto: vaquette

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Bauzäune sind umgerissen. Anlieger fürchten um die Sicherheit. Investor will im April starten.

Neumünster. Schuttberge türmen sich, Müll liegt zwischen Gestrüpp herum, Kellerräume stehen unter Wasser, in einer Senke befindet sich ein nicht abgedeckter Gully: Die Klosterbad-Baustelle an der Klosterstraße bietet ein Bild des Jammers. Anlieger machen sich große Sorgen um die Sicherheit von Kindern: "Das ist wirklich gefährlich. Da kann jeder hinmarschieren, da muss was passieren. Zumindest abgesichert werden muss das, sonst stürzen noch Kinder in das leere Schwimmbecken", sagt die langjährige Anliegerin Dagmar Volger (61).

Der Grundstückseigentümer kennt das Problem: "Wir haben im Dezember ein Schreiben von der Stadt bekommen und fahren regelmäßig vorbei", sagt Michael Klinger, Geschäftsführer der Gorgo-Verwaltungsgesellschaft. Bei seinem gestrigen Rundgang stellte er fest, dass auf dem hinteren Gelände beim Gesundheitsamt mutwillig Bauzäune umgerissen wurden. Er verkündete aber auch eine gute Nachricht: Demnächst soll es voran gehen.

"Der wurde mit Gewalt zielstrebig umgelegt", sagt Klinger über den Bauzaun und spricht von Einbruch und Vandalismus. Als Grundstückseigentümer sei seine Gesellschaft zuständig für die Absicherung, bestätigt er: "Wir werden den Zaun mit mehreren Leuten wieder aufrichten müssen." Auch die Lücke im Zaun gegenüber der Niederdeutschen Bühne solle geschlossen werden.

Das sehen auch die besorgten Anlieger so. Im September 2011 wurde begonnen, das Klosterbad abzureißen - aber nicht vollständig. Laut Dagmar Volger ging die Baufirma pleite. Sie hat den Abbruch in schlechter Erinnerung: "Das war nicht sachgemäß. Es gab mordsmäßige Erschütterungen, das Geschirr hat im Schrank gewackelt." Eine Klage über Risse in ihrem Haus verlief erfolglos, weil damals Efeu am Haus war und die Ursache trotz eines Sachverständigen nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte. Mittlerweile hat sie schon mehrfach Leute mit Pkw und Anhänger gesehen, die hier ihren Müll entsorgt haben.

Klinger weiß auch um diese Probleme und verweist darauf, dass es bald vorangehen soll. Im März 2012 erteilte die Stadt den Bauvorentscheid, dann lief die Vorplanung für das fast 6500 Quadratmeter große Areal. "Wir liegen in den letzten Zügen", sagt Werner Muntau, Geschäftsführer des Investors, der Planungsgesellschaft Muntau+Läer aus Gütersloh. Eine Fernwärmeleitung, die durch das Gelände geht, habe das Projekt verzögert. Geplant seien acht dreigeschossige Häuser mit 95 Wohnungen plus Penthouse-Etagen. Ende März soll es nach dem Abriss durch die Gorgo-Gesellschaft losgehen. Fertig sein soll das Projekt Mitte 2015. Muntau: "Wir wollen etwas Seriöses und Bodenständiges bauen, in dem sich Jung und Alt wohlfühlen."


 
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