HOLSTEINISCHER COURIER

 

Wasbek

Schafdiebe kannten sich aus: Fünf Tiere gestohlen

09. Januar 2013 | 06:25 Uhr | Von Günter Böge


Jochen Seligmann aus Wasbek  mit einem Teil seiner Herde. Fünf der Suffolk-Schafe  wurden gestohlen. Foto: Böge

Jochen Seligmann aus Wasbek mit einem Teil seiner Herde. Fünf der Suffolk-Schafe wurden gestohlen. Foto: Böge

Jochen Seligmann aus Wasbek vermisst fünf Suffolk-Schafe. Vermutlich setzten die Diebe einen Hütehund ein. Tiere sind gerade geimpft worden und dürfen nicht verzehrt werden.

Wasbek. Fünf Suffolk-Schafe sind in Wasbek gestohlen worden. Der oder die Täter müssen sich auskennen: Sie suchten sich die besten Schafe aus.

"In den vergangenen fünf Jahren habe ich insgesamt 50 Tiere durch Diebstahl verloren. Das ist unglaublich frech", schimpfte der Wasbeker Schäfer Jochen Seligmann. In der Nacht zu Montag wurden fünf etwa einjährige Schafe von der Weidefläche in Wasbek-Feld in unmittelbarer Nähe eines Reiterhofes abtransportiert.

Nach seiner Einschätzung waren erneut Täter am Werk, die im Umgang mit Schafen erfahren sein müssen. "Der Zaun wurde durchgeschnitten, um die Tiere seitlich in einen geparkten Kastenwagen oder auf einen Anhänger zu verladen. Dabei muss auch ein Hütehund im Spiel gewesen sein. Denn wenn ein Herdentier gegriffen wird, ergreift der Rest die Flucht", sagte Seligmann.

Bei den Tieren handelt es sich um auffällige Suffolk-Schafe, deren pechschwarze Köpfe, der Unterbauch und die Beine keine Wolle tragen. Sie sind mit den elektronischen Ohrmarken-Nummern 74477, 74480, 744486, 74487 und 74489 gekennzeichnet. Die Betriebsnummer lautet: DE 0101014. Die gestohlenen Tiere aus der 21-köpfigen Herde sollten wie alle anderen in diesem Jahr für die Zucht eingesetzt werden.

"Die besten Schafe wurden ausgesucht. Auch das spricht dafür, dass die Diebe über Fachkenntnisse verfügen. Der Schaden beträgt mehr als 1000 Euro", erzählte der Besitzer. Doch er befürchtet, dass die Schafe schon geschlachtet sind, obwohl das Fleisch für den Verzehr noch nicht geeignet ist. "Denn am Sonnabend wurden die Tiere noch medikamentös gegen Wurmbefall behandelt, und erst 14 Tage nach der Impfung darf das Fleisch gegessen werden", berichtete Seligmann.

Nach Aussage von Sönke Hinrichs, Pressesprecher der Polizeidirektion Neumünster, handelt es sich bei der Tat in der Region um einen Einzelfall. Das bestätigte auch Janine Bruser, Geschäftsführerin des Landesverbandes Schleswig-Holsteinischer Schafzüchter. Nach ihrer Aussage kommt es derzeit verstärkt an der Westküste zu Schaf-Diebstählen. Seligmann hat den Diebstahl bei der Aukruger Polizei angezeigt, Tel. 0 48 73/3 10. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, hat der 56-jährige Hobby-Schäfer nun eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.


 
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