HOLSTEINISCHER COURIER

 

Ulrike Jürgensen und Thomas Dahl

Könner auf Blockflöte und Orgel

25. Februar 2013 | 06:10 Uhr | Von S. Voiges


Ulrike Jürgensen (Blockflöte) und ihr Bruder Thomas Dahl (Orgel) spielten  in Großenaspe.

Ulrike Jürgensen (Blockflöte) und ihr Bruder Thomas Dahl (Orgel) spielten in Großenaspe.

150 Besucher beim Konzert in Großenaspe.

Grossenaspe. Die Blockflöte als Konzertinstrument? Dass das geht, bewies das Konzert für Orgel und Flöte der Geschwister Ulrike Jürgensen und Thomas Dahl am Sonnabend in der Katharinenkirche zu Großenaspe, zu dem sich etwa 150 Zuhörer eingefunden hatten.

"Die Blockflöte, die Sie heute hören, ist etwas anderes, als wenn klein Erna etwas vorpiept", schickte Professor Ernst-Ulrich von Kameke, Organisator des Orgelzyklus’, dem vierten Konzert der Reihe schmunzelnd voraus. Er sollte Recht behalten, denn Ulrike Jürgensen (46), die das Instrument am Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt studierte, überzeugte die Zuhörer mit ihrem Spiel schnell von der Konzertfähigkeit der Sopran- und Altflöte. Gemeinsam mit ihrem großen Bruder an der Orgel spielte sie unter anderem Werke von Arcangelo Corelli, dessen 300. Todestag in diesem Jahr gedacht wird, und von Giovanna B. Fontana (1571 - 1630).

Für Thomas Dahl (48) war es das zweite Konzert in der Katharinenkirche. Der Organist, der als einer der Nachfolger von Ernst-Ulrich von Kameke seit 2007 als Kirchenmusikdirektor in St. Petri in Hamburg wirkt, freute sich über die Gelegenheit eines Wiedersehens. "Er hat dort große Fußstapfen hinterlassen, die ich immer noch nicht ganz ausfülle", erzählte der Musiker mit Bewunderung. Kameke selbst lobte seinen Nachfolger jedoch in den höchsten Tönen. "Thomas Dahl hat in Hamburg vorzügliche Aufbauarbeit geleistet. Der dortige Bachchor ist auf einem Spitzenniveau und außerdem ist Thomas einer der wenigen, der sich an meine Kompositionen heranwagt", erklärte er begeistert.

Unter Beweis stellte Dahl diese Wertschätzung unter anderem mit seinem Vortrag der Trisonate für Orgel, einem Frühwerk von Kamekes (86), das dieser als 21-Jähriger schrieb und dessen konsequente Komposition ein exzellentes Spiel erfordert.

Auch dem Publikum gefiel das Konzert der Geschwister und der lang anhaltende Schlussapplaus zeigte, dass Orgel und Blockflöte eine hörenswerte Kombination abgeben, wenn solche Könner am Werk sind.


 
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