HOLSTEINISCHER COURIER

 

Fehler im Jerusalemmer

Alle nehmen es mit Humor

09. Januar 2013 | 06:15 Uhr | Von Dörte Moritzen


Verkäufer Lothar Friedrich macht seine Kunden vor  dem A+B-Center  sofort auf den Druckfehler aufmerksam. Foto: Moritzen

Verkäufer Lothar Friedrich macht seine Kunden vor dem A+B-Center sofort auf den Druckfehler aufmerksam. Foto: Moritzen

In der Januar-Ausgabe des Straßenmagazins ist die Zeit 2012 stehen geblieben. Artikel sind aber brandneu.

Neumünster. Es dauerte keine zehn Minuten, da stand die erste irritierte Kundin schon wieder am Stand von Lothar Friedrich (64) vor dem A&B-Center. Gerade hatte sie die neuste Ausgabe des Straßenmagazins Jerusalemmer bei ihm gekauft - doch war es wirklich die neuste? "Januar/Dezember 2012" steht da oben rechts auf dem Deckblatt. Und wenn der Leser das Heft aufschlägt, findet sich auf jeder Seite die Angabe "Januar/Februar 2012".

Auch Verkäufer Lothar Friedrich traute seinen Augen nicht, als er sich gemeinsam mit der Kundin die Misere besah. Ein Anruf bei Andreas Böhm, Leiter des Cafés Jerusalem und gleichzeitig der Verantwortliche für das Straßenmagazins, brachte schließlich Klarheit: Es handelt sich um zwei bedauerliche Druckfehler im Januar/Februar-Heft. Die Inhalte der Ausgabe, die diese Woche auf dem Markt ist, sind aber taufrisch.

Die Jahreslosung 2013 ist darin ebenso zu finden wie zum Beispiel ein Bericht über einen Besuch der Ministerin Anke Sporendonk im Café Jerusalem. Dr. Eckart von Hirschhausen philosophiert über die Gesundheit und Krankenkassen, es gibt einen Bericht über die Weihnachtsfeier im Café, einen Beitrag über Mediensucht bei Kindern oder die neusten kirchlichen Termine. Und auch der Jahreskalender auf der Rückseite mit den Ferienterminen ist der richtige für das Jahr 2013.

Seit die beiden irreführenden Druckfehler aufgefallen sind, machen Lothar Friedrich und seine Kollegen ihre Kunden sofort beim Kauf des Hefts auf das kleine Dilemma aufmerksam. "Damit keiner meint, ich würde ihm eine alte Ausgabe andrehen", sagt Lothar Friedrich, der schon seit fast drei Jahren am A+B-Center steht und dort eine Reihe von treuen Stammkunden hat.

Mittlerweile wird am Stand des gelernten Bäckers und Konditors am Haupteingang über den Fehler viel gelacht. "Das ist wohl der Jahresrückblick", witzeln die einen. Andere meinen, der Fehldruck des Jerusalemmers würde - ähnlich wie bei Briefmarken - irgendwann im Wert steigen. Vielleicht kurbelt das das Geschäft ja noch an.


 
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