HOLSTEINISCHER COURIER

 

Die Brücke Rendsburg-Eckernförde

Wohngemeinschaft gesucht

23. März 2011 | 03:30 Uhr | Von Judith Pape

Brücke Rendsburg-Eckernförde informiert über Abbeyfield-Häuser: Privatheit und Unabhängigkeit trotz Gemeinsamkeit

Gettorf. Wie will ich im Alter wohnen? Rund 80 Prozent der Senioren in Deutschland können sich nicht vorstellen, in einem Heim zu leben. Dementsprechend rege war das Interesse an der Vorstellung der Hausgemeinschaftsinitiative Abbeyfield, die älteren Menschen eine alternative Wohnform bietet. Susanne Jahn, Diplom-Pädagogin und Projektmanagerin für Seniorenarbeit bei der Brücke Rendsburg-Eckernförde, stellte diese Initiative im Pavillon der Seniorenwohnanlage Hainweg vor.

Anders als im traditionellen Pflegeheim bleiben Selbstbestimmung und -verantwortung in dieser Wohnform erhalten. Die individuellen Wohnwünsche der Bewohner können berücksichtigt, die Mitbewohner persönlich ausgewählt werden. Die Gründung eines gemeinnützigen Vereins soll die Selbstorganisation erleichtern und die Einbeziehung von Ehrenamtlichen und Förderern für das Wohnkonzept ermöglichen.

"Abbeyfield bietet den Bewohnern Privatheit und Unabhängigkeit in Möglichkeit zur Gemeinsamkeit", fasste Susanne Jahn das Konzept zusammen. Und betonte, dass es sich bei Abbeyfield um eine internationale, gemeinnützige Wohlfahrtsorganisation handelt, die frei von Ideologie weltweit Wohnraum für Senioren fördert: "Es gibt keine Vorgaben oder Regeln. Die Umsetzung ist dabei völlig unterschiedlich, weil sie von den Bedürfnissen und Wünschen der jeweiligen Bewohner abhängig ist".

In Deutschland existieren bislang erst zwei lokale Abbey-Vereine und noch kein Wohnprojekt. "Die Brücke würde die Gründung einer lokalen Hausgemeinschaft gerne unterstützen", ermunterte die Pädagogin. Die Zuhörer zeigten sich von der alternativen Wohnform derweil begeistert: "Mir gefällt das Konzept sehr gut. Jeder muss sich doch Gedanken machen, wie es weiter geht und das Leben in einer Gemeinschaft mit individuellen Gestaltungsmöglichkeiten und nicht in einem unpersönlichen Heim finde ich ideal", sagte Margarita Büttner in der anschließenden Fragerunde. Gemeinsam mit ihrem Ehemann hat die 64-jährige Gettorferin sich schon oft Gedanken über das Wohnen im Alter gemacht.

Die Kosten, erklärte Susanne Jahn auf Nachfrage, seien sehr unterschiedlich und abhängig von den jeweiligen Vorstellungen und finanziellen Mitteln der Bewohner. Das Leben in einer Villa sei genauso möglich wie in einem Mehrparteienhaus, außerdem könne die Gemeinschaft als gemeinnütziger Verein Spenden sammeln. Auch die Idee, dass die Brücke ein Haus kauft und die einzelnen Wohnungen vermietet wurde diskutiert. "Wie in jeder guten Gemeinschaft ist auch hier die Absprache das A und O und Grundvoraussetzung für ein gutes Gelingen", so Jahn.

"Ich werde jetzt eine Anzeige aufgeben: Senioren-WG-Mitbewohner gesucht", verabschiedete sich eine der Zuhörerinnen.


 

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