HOLSTEINISCHER COURIER
Windhose zerstörte Sportanlage
Vom Winde verweht: Sturmböen zerrissen am Freitagabend ein Holzhaus auf dem Gelände des Polizei-SV Union, in dem Büromaterialien und Utensilien der Eisstockschützen untergebracht waren. Foto: Krüger
Neumünster. Kurz aber heftig: Der Gewittersturm, der Freitagabend über Schleswig-Holstein zog, hat auch Neumünster nicht verschont. Besonders betroffen war die Böcklersiedlung.
An der Stettiner Straße kam es innerhalb weniger Minuten zu erheblichen Schäden auf dem Gelände des Polizei-SV Union und der Freien Turnerschaft (FTN). Eine Windhose hinterließ dort eine Schneise der Verwüstung. Ein etwa 30 Quadratmeter großes Holzhaus auf dem PSV-Gelände, in dem ein Büro und Utensilien der Eisstockschützen untergebracht waren, wurde förmlich zerrissen. Das Dach hob komplett ab, flog auf die andere Seite der Stettiner Straße und traf dort ein parkendes Auto.
Altliga-Fußballer Alexander Orff wurde Augenzeuge des Wetterphänomens, als er mit seinen Mannschaftskameraden trainierte. Er berichtet: "Wir hatten die Situation zuerst unterschätzt, sahen das Unwetter von Wasbek her aufziehen. Obwohl der Himmel schon sehr dunkel wurde, wollten wir noch weiterspielen. Doch dann meinte ein Mannschaftskamerad, dass wir wohl besser reingehen. Da kippte auch schon ein Tor um und noch auf dem Weg ins Vereinsheim sahen wir, wie das Dach durch die Luft fliegen! Zum Glück wurde niemand verletzt."
Auch die Zuschauerbänke am Spielfeldrand und etliche Fahrräder wirbelten umher. Äste knickten ab. Auf dem FTN-Gelände kippte ein größerer Baum und schlug in Kinderspielgeräte und ein Klettergerüst. Wenig später war die Berufsfeuerwehr zur Stelle und begann mit ersten Aufräum- und Sicherungsarbeiten. Auch der PSV-Vorsitzende Ernst Klänhammer wurde alarmiert: "Die Schäden sind erheblich, einiges ist wohl ein Totalverlust", lautete seine erste Bilanz.
Ein paar hundert Meter entfernt in der Breslauer Straße waren die Folgen des Sturms ebenfalls nicht zu übersehen: An den Wohnblocks, die dort zurzeit saniert werdenden, schwankten die Gerüste. Die Folien und Netze, mit denen sie verkleidet waren, wurden zerfetzt. Zwei Baustellen-Toiletten wurden vorüber sogar zu "unbemannten Flugobjekten".
Angela Joost sah, wie ein Dixi-Klo über die Straße wirbelte, ihr parkendes Auto streifte und gegen einen zweiten Wagen prallte: "Der machte einen Satz, hat aber nur ein paar Schrammen abbekommen. Jetzt stinkt es furchtbar, weil die Toiletten ausgelaufen sind!"
Insgesamt musste die Berufsfeuerwehr am Freitagabend nach Auskunft der Leitstelle in Norderstedt zu rund einem Dutzend Einsätzen im Stadtgebiet und in den angrenzenden Gemeinden ausrücken. Fast überall blockierten umgefallenen Bäume oder große Äste Straßen und Radwege, etwa an der Sedanstraße, der Plöner Straße in Prehnsfelde oder Boostedt. Am Berliner Platz kippte ein Bauzaun um. Verletzt wurde durch den Sturm niemand, der Schaden blieb außer in der Böcklersiedlung nach Angaben der Feuerwehr gering.
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