HOLSTEINISCHER COURIER

 

Schüler sollen Bilder hinterfragen

24. November 2010 | Von Tilmann Post

Beim Kinoseminar im Anschluss an den Film "Friendship!" erklärte Arne Sommer den Schülern, was hinter einer Kinofilmproduktion steckt. Foto: Post

Neumünster. In der Schulkinowoche ist der Unterricht nach dem Filmabspann nicht zu Ende. Für viele Klassen geht es dann erst richtig los. Der Filmstoff wird in verschiedenen Fächern aufbereitet und diskutiert. Die Schüler, die gestern den Film "Friendship!" im Cineplex gesehen haben, hatten im Anschluss einen besonderen Gast im Unterricht: Der Neumünsteraner Drehbuchautor Arne Sommer kam, um vor etwa 120 Kindern der Klassen 7 bis 10 ein Kinoseminar zu geben.

Sommer erklärte, wie viel Arbeit hinter einem Kinofilm steckt. Das sei daran zu erkennen, dass am Beginn jedes Films nicht das Drehbuch stehe, sondern zunächst ein vages Exposé mit ersten Ideen. Später wird daraus ein so genanntes "Treatment", das beschreibt, was einmal auf der Leinwand zu sehen sein wird. "Darin sind aber immer noch keine Dialoge zu finden", sagte er. Das Drehbuch kommt erst später und wird noch zigmal überarbeitet. Als Anschauungsmaterial hatte Sommer den Schülern sogar das Drehbuch zu "Friendship!" mitgebracht, das jedoch nicht aus seiner Feder stammt. "Hinter dem Film stecken Menschen, die sich dabei etwas gedacht haben. Mir ist es wichtig, dass die jungen Leute diese Bilder hinterfragen", sagte Sommer - besonders in der heutigen Zeit, in der Bilder gegenüber Texten immer mehr Beachtung fänden.

Geduldig beantwortete der Autor die Fragen der Schüler, die sich zu einem großen Teil um seinen Werdegang und um die wirtschaftliche Grundlage des Drehbuchschreibens drehten. Wer beruflich beim Film landen möchte, habe unendlich viele Möglichkeiten, erklärte Sommer den Schülern. "Es muss nicht immer die Filmhochschule sein. Es gibt tausende verschiedene Berufe in der Filmproduktion." Hauptsache, man beherrsche sein Handwerk mit Kreativität. "Oft sind eben nicht die geradlinigen Wege im Beruf interessant", sagte er.

"Damit hat Arne Sommer einen tollen Bogen gespannt", sagte Martina Lange, Förderschullehrerin beim Ausbildungsverbund. Sie besuchte die Vorstellung mit 19 Jugendlichen, die sich zurzeit auf das Berufsleben vorbereiten. Die Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren hätten einmal vom Praktiker gehört, dass jeder Beruf Perspektiven biete, ob nun Elektriker oder Gärtner.

Den Film "Friendship!" haben insgesamt 316 Schüler von neun Schulen gesehen. In dieser Woche werden sieben Filme gezeigt. Rund 5000 Anmeldungen zählte Theaterleiter Ingo Rummelhagen: "Das sind 1000 mehr als 2009."


 

Leserkommentare

 


Lokalausgabe wählen

 
 

SONDERTHEMEN

Hier finden Sie die aktuellen Sonderthemen aus Ihrer Tageszeitung

24.05.

 

22.05.

19.05.

  

Die aktuellen Sonderbeilagen der Tageszeitung

 


Was suchen Sie?

z.B. "Hotel", "Software", "Müller"

Wo suchen Sie?

z.B. "Flensburg" , "Rote Str."

Wen suchen Sie?

z.B. "Hotel", "Software", "Müller"

Wo suchen Sie?

z.B. "Flensburg" , "Rote Str."

 
INSTITUT50PLUS
Lebendig leben...
Angebote für eine aktive Lebensgestaltung
 
HÄUFIG GELESEN

"Krieg ist eine Krankheit"

Friedensaktivist Eugen Drewermann fordert Abrüstung, Nato-Austritt und Abschaffung der Bundeswehr ...mehr

 
 


KONTAKT | IMPRESSUM | AGB | DATENSCHUTZ