HOLSTEINISCHER COURIER
Neumünster
Schimmelpilze in der neuen Kita
Die neue Deckenisolierung ist zum großen Teil schon drin: Claus-Peter Hillebrand zeigt auf die neu eingebaute Dämmwolle im Rohbau des neuen Hauke-Haien-Kindergartens an der Ehndorfer Straße. Foto: Bluhm
Neumünster. Der Neubau des Hauke- Hauen-Kindergartens an der Ehndorfer Straße ist ins Stocken geraten: Weil unter dem Dach Schimmel festgestellt wurde, hat die Stadt die komplette Deckenverkleidung des eingeschossigen Neubaus wieder demontieren lassen. Die Stadt schätzt den Schaden auf mehrere 10 000 Euro. Derzeit untersuchen Gutachter, wer für den Bauschaden verantwortlich ist.
Bereits Ende November waren in dem Rohbau erhöhte Sporenkonzentrationen festgestellt worden. Die Stadt hatte daraufhin die Arbeiten unterbrechen lassen, um den Ursachen auf den Grund zu gehen. Dabei wurden Schimmelnester in der Wärme-Isolierung unter dem Pultdach entdeckt. Bereits montierte Deckenpaneele mussten wieder abgeschraubt werden, die Dämmwolle im gesamten Neubau wurde entsorgt. Möglicherweise hat sich unter dem Dach Kondenswasser gebildet und den Schimmelprozess in der Decke in Gang gesetzt, vermutet Claus-Peter Hillebrand, Leiter der zentralen Gebäudewirtschaft der Stadt, die den Bau überwacht. Genaueres müsse jedoch das Gutachten ergeben.
Inzwischen haben die Zimmerleute damit begonnen, eine neue Deckenisolierung einzubauen. Hillebrand hofft, dass sich die Verzögerungen im Bauplan zumindest teilweise wieder aufholen lassen. Ursprünglich sollten die 65 Kita-Kinder bereits Anfang Januar aus dem noch bestehenden etwas zurückliegenden Altbau in den vorderen Neubau an der Ehndorfer Straße umziehen. Jetzt wird der Neubau wohl erst Mitte Mai übergeben. Erst danach kann dann der Altbau abgerissen und ebenfalls durch einen Neubau ersetzt werden. Beide Gebäudeteile sollen später miteinander verbunden werden.
Jetzt sitzt den Baufirmen die Zeit im Nacken. Denn der rund zwei Millionen Euro teure Neubau, der den wärmetechnisch überholten Schlichtbau aus den 70er-Jahren ersetzen soll, wird aus dem Konjunkturpaket II finanziert. Nach den Spielregeln des Förderprogramms, das im Zuge der Finanzkrise von Bund und Ländern aufgelegt worden war, müssen die Bauarbeiten eigentlich bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein.
Der Kita-Umbau bei laufendem Betrieb war möglich geworden, weil der Neubau rund 200 Quadratmeter größer ausfällt. Insgesamt sollen an der Ehndorfer Straße sechs Gruppenräume mit eigenem Sanitärbereich und eigenem Zugang zum Garten entstehen, davon vier in dem im Bau befindlichen Flügel. Darüber hinaus soll die neue Kita vier zusätzliche Funktionsräume etwa für den Musikunterricht oder die Kreativwerkstatt bekommen. Sogar ein Kneipp-Tretbecken ist eingeplant.
Kita-Leiterin Birghild Leimbach nimmt die Bauverzögerungen eher gelassen: Natürlich hätten Mitarbeiter und auch viele Eltern mit Enttäuschung reagiert, "aber zum Glück haben wir ja noch ein Quartier". Wichtiger als ein schneller Umzug sei allen Betroffenen, "dass wir in einen garantiert unbelasteten Bau einziehen".
Dafür will auch Hillebrand Sorge tragen: Bleibende Folgeschäden seien auszuschließen, deshalb werde ja jetzt gründlich saniert, sagte der Baufachmann.
Lust auf mehr? Den Holsteinischen Courier jetzt
2 Wochen kostenlos testen.





