HOLSTEINISCHER COURIER
"Muskelschau der Bauwirtschaft"
Mit Kelle, Stein und Waage eröffneten Wirtschaftsminister Jost de Jager (von links), Staatssekretär Jan Mücke, Minister Jörg Bode und Dirk Iwersen gestern die 55. Nordbau. Foto: Ziehm
Neumünster. Jost de Jager ist nach eigenem Bekenntnis "nicht der große Bastler und Heimwerker". Bei seiner Nordbau-Premiere griff Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister dann aber doch zur Maurerkelle in den Landesfarben und setzte assistiert von seinem niedersächsischen Kollegen Jörg Bode und Staatssekretär Jan Mücke aus dem Bundesbau- und Verkehrsministerium den Schlussstein in eine Mauer.
Die 55. Nordbau war damit gestern vormittag symbolisch eröffnet. Für de Jager ist sie "die Muskelschau der norddeutschen Bauwirtschaft". Das kann Messeleiter Dirk Iwersen nur unterstreichen. Der Holstenhallen-Chef maß dem Straßenbau eine Schlüsselrolle zu.
Das Eröffnungsthema Verkehrsinfrastruktur war also nicht schlecht gewählt. Peter Lundhus stellte die Planungen der festen Fehmarnbelt-Querung vor. Die von Sat1-Geschäftsführer Michael Grahl moderierte Ministerrunde rückte die Chancen der Milliarden schweren Investitionen in die norddeutschen Häfen und Autobahnen in den Fokus. Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras präsentierte Neumünster als "Stadt im Aufwind". Das Fabrikverkaufszentrum DOC und das Einkaufszentrum in der Innenstadt sind nur zwei der Großprojekte, die der Bauwirtschaft Arbeit bringen. Auch in die Holstenhalle soll bekanntlich investiert werden. Im Herbst wird an der Rendsburger Straße die Linksabbiegerspur stadteinwärts erweitert - ein erster Schritt gegen den obligatorischen Messestau zum Nordbau-Auftakt.
Oskar interessierte das alles herzlich wenig. Der zweieinhalbjährige Sprössling von Bauunternehmer Ulf Michel wollte endlich die großen Bagger sehen. Sie bestimmten nicht nur den traditionellen Messerundgang, sondern auch das Erscheinungsbild der Nordbau. Die Power-Schau am Volvo-Stand ist seit Jahren schon eine Messeattraktion.
Die Stimmung der Aussteller ist schon zum Messestart, der vorwiegend die Fachbesucher anlockte, optimistisch. "In Deutschland geht’s wieder bergauf, und die Nordbau ist eine Regionalmesse, auf der wir nicht fehlen dürfen", sagte Klaus Kühner vom Baumaschinenhersteller Liebherr. "Das Thema Sanierung und Wärmedämmung ist und bleibt aktuell", sagte Eckart Linow vom Tonbaustoffhersteller Röben. "Die Geschäfte laufen ganz hervorragend - auch schon 2009 und ohne Abwrackprämie", sagte Udo Bestmann vom Nutzfahrzeugzentrum Kiel des VW-Händlers Schmidt + Hoffmann.
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