HOLSTEINISCHER COURIER

 

Kieler Entenrennen macht Tabuthema zu Gesprächsstoff

06. April 2011 | 03:30 Uhr | Von Susanne Meise

Den Aktionsstand nutzen Marlies Halft (r.), Koordinatorin des Entenrennens, und Dr. Hiltrud Muhle, um über das Krankheitsbild Epilepsie bei Kindern zu informieren. Foto: Meise

Erlös geht in diesem Jahr an Klinik für Neuropädiatrie / Information über Epilepsie

Kiel. Der Countdown läuft: In diesen Wochen sind Mitglieder der sechs Kieler Lions-Clubs in der Landeshauptstadt unterwegs, um die quietschgelben Gummi-Entchen, die am 8. Mai auf der Förde um die Wette schwimmen sollen, unter die Leute zu bringen. Dabei werden sie von Dr. Hiltrud Muhle, Oberärztin in der Klinik für Neuropädiatrie/Schwerpunkt Epileptologie, unterstützt. Denn ihre Abteilung erhält in diesem Jahr den Erlös des Kieler Entenrennens - der größten Benefizveranstaltung im Land.

Mit dem Geld soll ein Gerät zur Hirnstrom-Messung (Elektroenzephalographie - EEG) erworben werden, das optimalste Bedingungen für die Behandlung von schwierigen Epilepsie-Patienten schafft, erklärt Dr. Muhle. Das sind solche, die auch mit mehreren Medikamenten nicht anfallsfrei sind. "Manche haben lang anhaltende Staten, die einen Aufenthalt auf der Intensivstation erforderlich machen", sagt Muhle weiter. Dort könnten sie mit dem Langzeit-EEG kontinuierlich überwacht werden, auch über mehrere Tage, was helfe, eine optimale Therapiesteuerung zu erreichen. Am Aktionsstand der Lions klärt Muhle darüber auf, informiert, beantwortet Fragen. "Das Entenrennen beschert uns nicht nur das Gerät, sondern bietet auch die Möglichkeit, das Thema an die Öffentlichkeit zu bringen, offen und direkt über eine Krankheit zu sprechen, die immer noch tabuisiert wird", berichtet Muhle und betont, dass viele betroffene Kinder, wenn sie richtig gut eingestellt sind, vor einem Leben mit Behinderung oder Einschränkung bewahrt werden können. Bei ein bis vier Prozent aller Kleinkinder treten Fieberkrämpfe auf, bei einem kleinen Teil davon werden sie zu einer chronischen Krankheit. 70 Prozent dieser Kinder könnten mit Medikamenten anfallsfrei werden und hätten die gleichen Ausgangschancen wie andere Kinder auch, macht Muhle deutlich, die den Einsatz der Lions "großartig" findet.

Die Hälfte der 10 000 Enten ist bisher verkauft. Wer noch keine hat und sich über das Kieler Epilepsie-Zentrum für Kinder informieren möchte, kann am Sonnabend, 9. und 16. April, den Aktionsstand der Lions bei Karstadt im Holstentörn besuchen. Am Sonnabend, 21. April, wird der Stand im Citti-Park aufgebaut. Die danach noch verfügbaren Enten werden am Wochenende 30. April/1. Mai im Freilichtmuseum Molfsee verkauft. Jede ist mit einer Nummer bestückt - die 350 schnellsten Exemplare werden mit einem Preis bedacht. Nähere Informationen dazu gibt es im Internet unter www.entenrennen-kiel.de.


 

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