HOLSTEINISCHER COURIER
Großalarm in Groß Kummerfeld
Nur unter Atemschutz konnte nach den Brandnestern in den einzelnen Trakten der Halle gesucht werden.
Gross kummerfeld. Großfeuer gestern Morgen kurz nach 9 Uhr in Groß Kummerfeld: An der Hauptstraße brannte die ehemalige Düngerhalle der Raiffeisen HG. Alle Wehren des Amtsbereichs waren im Einsatz. Sie konnten das Übergreifen der Flammen auf umstehende Gebäude verhindern. Die große Halle brannte völlig aus. Die Hauptstraße war in diesem Bereich mehrere Stunden gesperrt.
"Die Halle kommt jetzt weg!", sagte Besitzer Klaus Wieben, der den Komplex nach dem Rückzug der HG aufgekauft hatte, nach dem Feuer. Amtswehrführer Jörg Nero, der gerade die Tiere im Stall versorgt hatte und beim Kaffee saß, wurde von den Sirenen überrascht. "Als ich hier ankam, löste ich sofort Amtsalarm aus." Das Szenario ließ keine andere Wahl. Aus der Halle loderten Flammen, alles war in dichten Qualm gehüllt. Nur unter Atemschutz konnte der erste Angriff gestartet werden. Dabei musste auch ein Übergreifen auf einen unmittelbar daneben stehendes Stallgebäude verhindert werden. "Das war bis oben hin voll Stroh und Heu", berichtete Nero. Eine Anwohnerin hatte die Feuerwehr gerufen.
"Ich war noch eine halbe Stunde vorher vorbei gegangen, da war nichts zu sehen", bemerkte fassungslos Klaus Wieben, der in seinem Landmaschinenhandel und der Werkstatt tätig war. Für die zehn Wehren aus den sechs Amtsgemeinden kam der Einsatz zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Sie hatten große Schwierigkeiten, ihre Fahrzeuge zu besetzen. "Ich stand vor dem Gerätehaus, die Sirenen heulten - und niemand kam", erzählte Dagmar Ohm aus Kleinkummerfeld. "Dann kam unser Maschinist, und wir fuhren los." Selbst in Boostedt musste nachalarmiert werden, um mit beiden Fahrzeugen ausrücken zu können. "Wochentags zur Arbeitszeit, da gibt es Probleme", erklärte Amtswehrführer Nero. Die Not war umso größer, dass gerade ausgebildete Atemschutzträger gebraucht wurden. Letztlich waren über 30 Atemschutzträger mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Von der Kreisfeuerwehrzentrale mussten Atemgasflaschen nachgeordert werden. Nicht ohne Grund: Die Halle ist an mehrere Pächter vermietet, die hier vor allem an Autos basteln. Alle Trakte waren vollgestellt mit Teilen, Pkw und entsprechenden Arbeitsmaterialien. Überall lagerten Gasflaschen und Chemikalien.
"Ein Glück, dass das eine Düngerhalle ist", erläuterte der Einsatzleiter Nero. So waren die einzelnen Abteilungen mit Betonwänden abgegrenzt. Das Feuer konnte sich nur über das Holzgebälk des Dachstuhles ausbreiten. Sonst hätten wir hier wohl nicht mehr viel tun können."
Trotzdem dauerte es bis fast 11 Uhr, bis man alles unter Kontrolle hatte und mit der Suche nach dem Brandherd begonnen werden konnte. Mit Hilfe eines Teleskopladers, den Nero von der Firma Lindemann angefordert hatte, wurden die ausgebrannten Werkstätten geräumt. Immer wieder wurden dabei Gasflaschen geborgen. Die Aufräumarbeiten nahmen noch einmal zwei Stunden in Anspruch, wobei zahlreiche Brandnester abgelöscht wurden.
Den Sachschaden schätzt die Polizei auf etwa 400 000 Euro. Als Brandursache wird ein technischer Defekt vermutet.
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