LANDESZEITUNG
Freie Fahrt auch im Rollstuhl
Von der Rampe rollt sich’s leicht herunter: Busfahrer Volker Schwertfeger, zugleich Schwerbehindertenvertreter der KVG, erleichtert Rollstuhlfahrerin Annika Stoeckicht vom Beirat für Menschen mit Behinderungen das Verlasses des Busses. Foto: suhr
Kiel. Mobil sein - ohne Abhängigkeit, das ist für ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen oft nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln möglich. Und aufgrund des demografischen Wandels nimmt die Gruppe der Älteren zu. Ein Grund für die Stadt Kiel und die Kieler Verkehrsgesellschaft (KVG), Tipps für die Fahrt mit den Bussen in der Landeshauptstadt zu veröffentlichen. Das neue Faltblatt wurde gestern am Kieler Umsteiger vor dem Hauptbahnhof vorgestellt.
"Barrierefrei mit dem Bus durch Kiel" gibt zahlreiche Hinweise und Informationen - von der Ausstattung der Kieler Bushaltestellen über besondere Sitzplätze ebenso wie über Rollstühle und Rollatoren im Bus. Das Faltblatt ist das Ergebnis eines Treffens von KVG-Busfahrern mit Mitgliedern des Beirats für Seniorinnen und Senioren sowie des Beirats für Menschen mit Behinderung, das von der städtischen Leitstelle "Älter werden in Kiel" initiiert worden war. Der Hintergrund: Man möchte viele Mitbürger, vor allem Ältere und Behinderte, dazu bewegen, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mehr zu nutzen. Thomas Mau, Leiter Betrieb und Technik bei der KVG, verwies darauf, dass die KVG zusammen mit der Stadt bereits viel erreicht hat, nachdem die ersten Niederflurbusse vor 14 Jahren angeschafft wurden.
"Über die Hälfte der Haltestellen in Kiel sind mittlerweile mit einem höheren Bordstein ausgestattet. Damit nimmt Kiel eine Vorreiterrolle ein", so Mau. Durch diese neuen Haltestellen beträgt der Höhenunterschied zwischen Haltestelle und Bus nur etwa fünf Zentimeter, so dass Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren oder Kinderwagen bequem ein- und aussteigen können. Insbesondere dann, wenn der Bus zusätzlich mit einer ausklappbaren Rampe versehen ist. Diese Rampe wird vom Fahrer ausgeklappt, kann aber aufgrund ihres geringen Gewichts auch von jedem Fahrgast bedient werden.
Zusätzlich sind viele Haltestellen mit Riffelplatten versehen, die Blinden und sehbehinderten Fahrgästen die Orientierung erleichtern. In den Bussen wird der Fahrer über eine Drucktaste mit Rollstuhlpiktogramm informiert, dass der Bus zum Aussteigen abgesenkt werden soll. Hinzu kommen elektronische Haltestellenansagen im Bus für Sehbehinderte sowie elektronische Haltestellenanzeigen für Hörbehinderte. Das Faltblatt ist erhältlich bei der KVG, im Kieler Umsteiger, in den KVG-Verkaufsstellen und im Rathaus. Zusätzlich auf www.kvg-kiel.de zum Download.
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