HOLSTEINISCHER COURIER
Eigener Wochenmarkt, neue Buslinie?
Neumünster. Es war die erste Sitzung in der "Ära nach Grümmer". Knapp drei Wochen nach Schließung des Edeka-marktes am Nachtredder war die Aufregung beim Stadtteilbeirat Gartenstadt groß. Mehr als 50 weitgehend ältere Einwohner waren gekommen, um ihrem Ärger über die fehlende Einkaufsmöglichkeit im Stadtteil Luft zu machen. Die Beiratsvorsitzende Gesa Freiberg hatte mitunter Mühe, sich gegen das Stimmenwirrwarr im Gemeinschaftshaus zu behaupten. Auch sie gestand am Mittwochabend ein: "Die Schließung des Edeka-Marktes hat uns alle kalt erwischt."
Die Frage eines möglichen Nachfolgers blieb unbeantwortet. Es gebe zwar Gespräche, aber es sei nichts entschieden. Gesa Freiberg wörtlich: "Wir kümmern uns darum."
Die Gartenstädter aber drängen auf schnelle Verbesserungen. "Sie müssen doch irgendetwas für uns tun", appellierte man an die Verwaltung im Rathaus, die Senioren ohne Auto nicht einfach links liegen zu lassen. Die verärgerten Einwohner wollen auch das Stadtmanagement in die Pflicht nehmen ("dafür ist doch viel Geld gezahlt worden"). Mit dem Problem sei im Übrigen nicht allein die Gartenstadt konfrontiert. Auch in der Böcklersiedlung und in Faldera sei es mit den Einkaufsmöglichkeiten für die tägliche Grundversorgung nicht zum Besten bestellt.
Anregungen, den Missstand zu beseitigen, gab es beim Beirat genug. Die Vorschläge reichten von der Gründung eines Wochenmarktes über den nachbarschaftlichen Zusammenschluss für Sammelbestellungen bis hin zur Einrichtung einer neuen Buslinie zum a & b -Center. Und vielleicht könne man in der Gartenstadt ja selbst einen Einkaufspark ansiedeln. An diesem Punkt aber regte sich Widerstand. "Dann gibt es auch mehr Verkehr in der Gartenstadt", war zu hören. "In Ruhe wohnen und gleichzeitig vor Ort einkaufen, das geht nicht mehr. Das ist eben der heutige Zeitgeist."
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