HOLSTEINISCHER COURIER
340 Landwirte beim Kreisbauerntag
Heiner, Tanja, Timm, Anke und Sandra Staggen (von links) aus Schipphorst diskutierten vor dem Plöner Kreisbauerntag über die Zukunft der Landwirtschaft und anstehende Generationenwechsel auf den Höfen mit Bauernpräsident Werner Schwarz (hinten Mitte) und Generalsekretär Stephan Gersteuer (rechts). Foto: Seiler
Rendswühren. Rund 340 Landwirte trafen sich am Donnerstagabend zum Plöner Kreisbauerntag im Lohnunternehmen Blunk in Rendswühren. Mit dabei war Gerd Sonnleitner, Präsident des bayerischen und deutschen Bauernverbandes und Präsident des europäischen Bauernverbandes COPA.
Es gab einiges zu besprechen: 2013 steht die gemeinsame Agrarreform im europäischen Parlament zur Verabschiedung an. Wie es danach bis 2020 besonders mit den Zahlungen an die Landwirtschaft weiter geht und wie das Geld verteilt werden soll, hat für Zündstoff und Diskussionen gesorgt. Themen und Ereignisse wie die europäischen Prämienanpassungen zwischen Ackerland und Grünland, steigende Pachtpreise durch den boomenden Anbau von Energiepflanzen wie Mais, Milchpreise unter der Grenze der Erzeugerkosten, der Dioxinskandal und zuletzt der Schaden der Gemüsebauern durch die EHEC-Krise haben ihre Spuren auch in der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft hinterlassen.
Daneben allerdings gibt es auch gute Nachrichten, beruhigte Gerd Sonnleitner: Die Vorstellungen der EU-Kommission zur finanziellen Gestaltung der EU-Agrarpolitik liegen auf dem Tisch. "Das geplante Finanzbudget für die Jahre 2014 bis 2020 ist eine gute Basis und im krisengebeutelten Europa nicht selbstverständlich", erklärte Sonnleitner. Allerdings wartete er nicht nur mit trockenen Zahlen auf. Gespickt mit einer gehörigen Portion bayrischen Humor nahm Sonnleitner in seiner Rundschau über die Entwicklung der Landwirtschaft auch Themen wie Dioxinskandal und EHEC Krise auf.
Die Diskussionen über Themen wie den Ausbau regenerativer Energie müssen sachlich und von Fachleuten geführt werden, sagte er. Es könne nicht sein, das täglich allein in Deutschland über 100 Hektar Land durch Straßenbau und andere Vorhaben aus der Produktion verschwinden und gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen in den Naturschutz gehen. "Der Flächenfraß ist eine Schande", sagte Sonnleitner.
Trotz der anstehenden Umbrüche und Aufgaben, dürften Schleswig-Holsteins Landwirte für den Zukunftsmarkt gut gerüstet sein. Das wieder mehr junge Menschen eine Ausbildung oder ein Studium in der Landwirtschaft anstreben, darf als gutes Zeichen gewertet werden, meinte Sonnleitner.
Vor seiner Rede zum Kreisbauerntag besuchte Sonnleitner den Hof des Plöner Kreisvorsitzenden Heiner Staggen in Schipphorst. Der hier geplante Generationenwechsel zeige, dass Landwirtschaft immer noch gute Zukunftschancen biete. Nicht für alle Betriebe, darin waren sich die Diskussionsteilnehmer in Rendswühren einig. Dass Landwirtschaft in Schleswig-Holstein einen hohen Stellenwert hat, bestätigte die Plöner Landrätin Stephanie Ladwig. "Aktive Förderung und Unterstützung, aber auch kontroverse Diskussionen, beides dürfen sie von mir erwarten", sagte sie.
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